Inhalt: „Klimaquartier Hüttengelände“ wird ein „verlustfreies“ Leuchtturmprojekt

„Klimaquartier Hüttengelände“ wird ein „verlustfreies“ Leuchtturmprojekt

Erdwärmekollektor auf 3.200 Quadratmetern verlegt

  • Unter dem künftigen Regenrückhaltebecken zwischen verlängerter Siemensstraße und Fußweg „An der Torfbahn“ wurden auf 3.200 Quadratmetern Erdwärmekollektoren verlegt ...Unter dem künftigen Regenrückhaltebecken zwischen verlängerter Siemensstraße und Fußweg „An der Torfbahn“ wurden auf 3.200 Quadratmetern Erdwärmekollektoren verlegt ...
  • ... . durch sie soll der erste Bauabschnitt mit 180 Wohneinheiten versorgt werden.   Fotos: Henri Seitz... . durch sie soll der erste Bauabschnitt mit 180 Wohneinheiten versorgt werden. Fotos: Henri Seitz
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Neustadt (os). So richtig sieht man nur aus der Luft, was da eigentlich genau unter Bodenniveau gebaut wird. Auf rund 3.200 Quadratmetern lassen die Stadtnetze Neustadt derzeit einen Wärmekollektor für den ersten Bauabschnitt des Hüttengeländes installieren. Mindestens der erste Abschnitt des Neubaugebietes wird mit einem sogenannten „Kalten Nahwärmenetz“ versorgt - und wird damit im weiten Umkreis ein Vorzeigeprojekt. Die Anlage ist mit ihren beiden Abschnitten die erste ihrer Art in Niedersachsen und die zweitgrößte deutschlandweit, zudem die einzige, die unter einem Regenrückhaltebecken gebaut wird. Das macht aber noch nicht mal den technischen Reiz aus.

„Aus dem Kollektor wird ein Fluid mit acht Grad Temperatur zu den Häusern gebracht, dort produzieren Solewärmepumpen Heizenergie und Warmwasser“, erklärt Ingo Schlei von den Stadtnetzen den Ablauf. Anschließend fließt das Wasser mit etwa sechs Grad Celsius wieder zurück zum Kollektorfeld. In den Leitungen ist aber kein Salzwasser enthalten, wie der Begriff Sole nahe legen könnte. Es handelt sich um ein frostsicheres Fluid, ähnlich wie Scheibenwischwaschwasser.

Laut Schlei arbeiten die Wasserwärmepumpen effizienter und leiser als die aktuell häufig eingesetzten Luftwärmepumpen - und verbrauchen rund 25 Prozent weniger Strom. Gegenüber einer herkömmlichen Gasbrennwertheizung liegt die CO2-Einsparung bei 50 Prozent, das relativiert die höheren Anschaffungskosten durch die zu erwartende CO2-Steuer.

„Ein weiterer großer Vorteil ist der verlustfreie Transport zu den Häusern. Anders als bei Nahwärmenetzen gibt es keinen Wärmeverlust auf dem Weg“, berichtet der Stadtnetze-Mitarbeiter.

Das kommunale Unternehmen hatte den üblicherweise mehr als zwei Jahre dauernden formellen Vorlauf für den aktuellen Bauabschnitt in rekordverdächtigen sieben Monaten absolviert, weil mit der schon laufenden Erschließung auch die Leitungen verlegt werden müssen.

Gasanschlüsse werden in dem Bauabschnitt nicht mehr verlegt. Das geplante Erdwärmenetz ist so ausgelegt, dass es die vorgesehenen 180 Wohneinheiten komplett mit Heizenergie und Warmwasser versorgen kann. Für die Versorgung des zweiten und dritten Bauabschnitts ist ein weiterer Kollektor mit 6.700 Quadratmetern geplant. Endgültig sollen Photovoltaikmodule den Strombedarf der Anlagen decken. „Der Aufsichtsrat steht dem Projekt sehr positiv gegenüber“, so Schlei.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 2398 vom 04.12.2019