Inhalt: Angehörige stoppen Verdächtige

Angehörige stoppen Verdächtige

Zielt „neue“ Masche auf alleinstehende Senioren?

  • Mit diesem SUV folgten die Verdächtigen dem Senior.  Foto: (r).Mit diesem SUV folgten die Verdächtigen dem Senior. Foto: (r).
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Neustadt (os). Aufmerksame Verwandte könnten schlimmere Folgen für einen 89-jährigen Senior verhindert haben, der bereits von möglichen Betrügern umgarnt wurde.

Der Mann trifft sich regelmäßig mit Bekannten in der Bäckerei im Famila Warenhaus zum Kaffeetrinken, geht dort aber auch allein hin. Dabei sprach ihn eine ältere Frau an, die beiden unterhielten sich.

Am Dienstagabend rief die Frau ihn dann Zuhause in einem Neustädter Ortsteil an, bezog sich auf das Treffen in der Bäckerei und wollte ihn zum Essen nach Hannover einladen. Der Senior wollte jedoch nicht in die Landeshauptstadt fahren und man einigte sich auf ein Essen in einem asiatischen Restaurant in Neustadt. Dazu wollte die Frau ihn abholen.

Er erzählte seinem Sohn davon, der war sofort skeptisch. Um die Mittagszeit fuhr er zu seinem Vater und wollte sehen, wer da wohl käme.

Ein schwarzes SUV (Foto) fuhr vor, eine Frau stieg aus und ging zum Haus des 89-Jährigen. Trotz Warnung kam der Senior mit ihr heraus und nahm sie in seinem Wagen mit zu dem Restaurant. Das SUV folgte mit etwas Abstand. Auch der Sohn des Mannes fuhr hinterher.

Nach kurzem Abwarten ging er ins Speiselokal an den Tisch der beiden und stellte sich vor. Nach seiner Schilderung reagierte die Frau, bei der es sich nicht um die ältere Dame aus der Bäckerei handelte, sofort frech. Sie drohte, ihren Partner hereinzuholen, verschwand dann aber unter einem Vorwand ohne auszutrinken oder etwas zu essen.

Währenddessen hatte eine weitere Verwandte das Kennzeichen des SUV bei der Polizei gemeldet. Die Polizei bestätigte, dass es sich beim Halter um eine amtsbekannte Person aus dem Sinti und Roma-Millieu handele, mit umfangreichen Vorerkenntnissen zu diversen Betrugsdelikten. Eine Möglichkeit zum Einschreiten habe es aber nicht gegeben, sagt die Angehörige. Die Polizei hat den Vorfall registriert, die Handlungen waren aber alle noch im straffreien Vorbereitungsbereich.

Unklar ist, wie die Personen an die Telefonnummer des 89-Jährigen kamen. Er selbst will sie nicht genannt haben. Die Angehörigen befürchten nun, dass ihr Familienmitglied gezielt ausspioniert wurde. „Wir haben den Fall bewusst öffentlich gemacht, um andere Menschen zu warnen“, sagt die Enkelin des Seniors.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 1066 vom 17.08.2019