Inhalt: Friedlicher Schlagabtausch zum Wahlkampf-Endspurt

Friedlicher Schlagabtausch zum Wahlkampf-Endspurt

Sonntag fällt die Bürgermeister-Entscheidung in der Stichwahl

  • Munteres Gespräch auf der Aula-Bühne: Kathrin Götze (v.li.), Christina Schlicker, Dominic Herbst und Oliver Seitz. Foto: NülleMunteres Gespräch auf der Aula-Bühne: Kathrin Götze (v.li.), Christina Schlicker, Dominic Herbst und Oliver Seitz. Foto: Nülle
Bild von

Neustadt (os). Die Aula war nur halb gefüllt zur abschließenden Gesprächsrunde mit den beiden Bürgermeister-Stichwahlkandidaten Christina Schlicker (SPD) und Dominik Herbst (Grüne) am Donnerstagabend.

In vielen Punkten liegen beide auch weiterhin dicht beieinander. So wollen sie in Sachen Kita-Plätze die Kommunikation zwischen Verwaltung, Politik und Eltern verbessern, um zielgerichteter agieren zu können. Die Initiative dafür müsse beim Bürgermeister liegen, so Herbst. Die Zahl der Schulstandorte werde in den nächsten Jahren wohl gleich bleiben, selbst mit Blick auf die Außenstelle Helstorf lasse sich derzeit nichts Konkretes sagen, waren Schlicker und ihr Mitbewerber kurz nach der Schulausschussitzung (siehe Mitte) einig. Einsparvorschläge bei freiwilligen Leistungen mochte keiner von ihnen machen, erst Herbsts Kritik an der Haushaltspolitik von CDU/SPD brachte das Zwiegespräch in Gang. Schlicker lieferte mit der Stellenverschiebung des freiwillig gegangenen Klimaschutzmanagers selbst die Vorlage, rechtfertigte die Streichung unbesetzter Stellen aus dem Haushalt. „Augenwischerei“ ohne finanziellen Effekt, konterte der Grüne, die wichtige Stelle des Klimaschutzmanagers zu streichen sei überdies ein Fehler.

Beide Kandidaten können sich dagegen fast unisono für einen CDU-Vorschlag erwärmen, der eine kommunale Straßenverbindung zwischen Kernstadt und Poggenhagen westlich der Bahn als Entlastung der oft vollen Hauptverkehrsachsen.

Von den Neustädtern wünscht sich Dominic Herbst im Falle seines Wahlsieges weiterhin die in den vergangenen Wochen gezeigte Ehrlichkeit, auch wenn unbequeme Aussagen kommen. Auch Schlicker möchte ganz individuell wissen, wo der Schuh drückt und hofft auf „mehr Beteiligung von allen“. Beide wollen häufige Sprechzeiten anbieten, Herbst speziell auch soziale Medien nutzen und einen direkten Online-Kontaktbereich zum Bürgermeister auf dem Stadtportal einrichten. Verbessern wollen Schlicker und Herbst die Nachvollziehbarkeit der Ratsarbeit für - dann mehr - Zuschauer.

Aus dem Publikum kam einmal mehr die Frage nach der Kompetenz beider Kandidaten. Herbst - wie meist der erste, der antwortete, gab sich selbstsicher: Es sei egal ob man fünf Leute führe oder 50, so seine Bilanz aus bisherigen Führungsseminaren. „Wichtig sind Empathie und klare Linie.“ Aus Gesprächen mit Unternehmern wisse er, dass viele in seinem Alter selbstständig wurden.

Schlicker versuchte, mit Lebenserfahrung zu punkten. Vor allem Familie, verschiedene Aufgaben in der Politik auf Orts-, Stadt- und Regionsebene, aber auch ihr noch laufendes Sozialwissenschaftsstudium nannte sie als Qualifikationen.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 1057 vom 15.06.2019