Inhalt: Fragen beantwortet - Entscheidung vertagt

Fragen beantwortet - Entscheidung vertagt

Grundschulen: Wie geht es weiter für die Außenstelle Helstorf?

  • Brigitte Hauschild ist über die mögliche Schließung der Außenstelle Helstorf erbost. Foto: KemmBrigitte Hauschild ist über die mögliche Schließung der Außenstelle Helstorf erbost. Foto: Kemm
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Neustadt (jk). Der Ausschussvorsitzende Johannes Laub musste einige Male die anwesenden Gemüter der Sitzung beruhigen. Besonders beim Thema der Grundschule Mandelsloh/ Helstorf seien einige sicherlich auch persönlich betroffen, man wolle sich aber bemühen, sachlich zu bleiben, so Laub. Bereits bei dem Beschluss der Tagesordnung haben sich die Fraktionen auf einen Sonder-Sitzungstermin am 20. August geeinigt. Die Frist zur Entscheidung soll aber nicht verlängert werden und der Rat immer noch am 19. September über die Zukunft der Grundschule und ihrer beiden Standorte abstimmen können. Man wolle die Ergebnisse der Befragung noch auswerten und dann in die Entscheidung einfließen lassen, hieß es. Bereits im Vorfeld der Sitzung wurden einige Fragen von den Fraktionen, dem Schulelternrat, Projektmitgliedern aus Helstorf, der Schul- und Kitaleitung sowie dem Schulvorstand gesammelt und schriftlich an die Landesschulbehörde (LSB) geleitet, um bei dem Sachverhalt um den Standort Helstorf aufzuklären. Unmut der Bürger machte sich früh bemerkbar: Brigitte Hauschild meldete sich zu Wort und sagte, dass sie „ohne eine Grundschule niemals nach Helstorf gezogen“ sei. Wenn Schüler über die Leine kommen müssten, könnten auch Lehrer diesen Weg nehmen, ist ihre Ansicht.

Stellvertretend für die LSB beantworteten die Schulfachlichen Dezernentinnen Kerstin Mau und Silvia Hohmann die zahlreichen, teils aber auch deckungsgleichen Fragen (wir berichteten). Als Bedingungen für eine wieder eigenständige Schule in Helstorf müsse eine Schülerzahl von 24 per Prognose für die nächsten zehn Jahre gehalten werden. Die Eigenständigkeit der Außenstelle Helstorf sei nur als Neugründung möglich, laut Mau ist die extra zu beantragen. Das Verfahren dauere rund ein halbes Jahr, demnach gäbe es bei einem Ratsbeschluss im September eine LSB-Entscheidung der Juristen im Frühjahr. Zwei dann eigenständige, einzügige Schulen bräuchten voraussichtlich jeweils eine neue Schulleitung, die Stelle wäre geringer besoldet als die der aktuellen Schulleiterin Nicole Ortelt.

An sich stehe lediglich der Standort Helstorf in Frage, da Mandelsloh als bestehende Schule Existenzschutz hat. Auf die Frage, ob das Kultusministerium gegen den Antrag des Schulträgers die Außenstelle schließen könne, antwortete Mau, dass die Außenstelle lediglich befristet sei und somit gar nicht richtig geschlossen werden, sondern nur verlängert oder nicht verlängert würde. Momentan ist der Standort Helstorf noch bis 2021 genehmigt. Auch der Kooperative Hort ist ein Thema bei der nicht fortlaufenden Außenstelle. Laut Mau müsse es einen neuen Vertrag für die Erhaltung des Konzepts des Kooperativen Hortes geben, da sich die Vertragspartner bei Schließung der Außenstelle ändern würden.

Laut Mau gelten - auf entsprechende Anfrage - rund 30 Kilometer Anfahrtsweg für Lehrkräfte „zumutbar“.

Was in all den Fragen nicht auftauchte und explizit Markus Schmitz aus Helstorf auffiel, war das Kindeswohl. Er frage sich, welchen Vorteil die Auflösung des Standortes Helstorf für die Kinder habe und er deren Wohl noch nicht ein Mal als Inhalt der Debatte gehört habe. Mau antwortete, dass man das schlecht beantworten könne und es natürlich auf jedes einzelne Kind ankäme, was es für gut heiße und was nicht.

Eine klare Aussage gab die Dezernentin auf die Frage nach der Leistungsfähigkeit zweizügiger Grundschulen gegenüber nur einer Klasse je Jahrgang. Die Qualität sei höher, weil die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt werde. Zudem sei sowohl die Fachunterrichtsversorgung als auch die „Expertise“ in den jeweiligen Fächern besser abdeckbar, gleiches gelte für den Bereich Inklusion. Einzügige Grundschulen bekommen zudem keine Konrektorenstellen, daher gäbe es „kein Schulleitungsteam“.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 1057 vom 15.06.2019