Inhalt: Ihre Leinwand ist der menschliche Körper

Ihre Leinwand ist der menschliche Körper

Gesine Marwedel zaubert Muster, Tiere oder ganze Welten auf die Haut

  • Die Körperbemalung ist seit zehn Jahren ein fester Bestandteil in Gesine Marwedels Leben. Foto: Benjamin EbertDie Körperbemalung ist seit zehn Jahren ein fester Bestandteil in Gesine Marwedels Leben. Foto: Benjamin Ebert
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Brase (cck). Gesine Marwedel hat sich einer ganz besonderen Kunst verschrieben: der Körperbemalung. Vor etwa zehn Jahren tauschte sie die Leinwand gegen menschliche Modelle ein, damals noch neben ihrem Beruf als Sprach- und Kunsttherapeutin. Seit drei Jahren arbeitet sie hauptberuflich als Künstlerin im Bereich Bodypainting und sahnte schon mehrfach nationale, aber auch internationale Preise ab. Zuletzt gewann sie den ersten Platz auf dem Czech Bodypaiting Award, malte aber auch auf der „Fibo“-Messe in Köln.

Schon in ihrer Kindheit konnte sie sich für die Malerei begeistern. Viele hätten mit Beginn der Schulzeit das Interesse daran verloren, Marwedel hingegen hat einfach „nie damit aufgehört.“ Es dauerte nicht lang, da kam die erste Leinwand hinzu. Auch in ihrem Beruf wollte Marwedel ihre Liebe zur Kunst einfließen lassen und studierte Kreativ- und Psychotherapie.

Mit dem Bodypainting kam sie durch einen befreundeten Fotografen in Berührung: „Er fragte mich, ob ich für ein Shooting auch mal ein Gesicht bemalen könnte“, erinnert sie sich. So zauberte Marwedel zum ersten Mal einen Gepard auf menschliche Haut. Bis heute machen tierische Motive einen Großteil ihrer Kunst aus. Diese zieren nicht nur den Körper, Marwedel lässt das ganze Modell zu einem tierischen Wesen werden. Ihr wohl bekanntestes Motiv ist der menschgewordene Flamingo aus dem Jahr 2011. „Damals hatte ich auf einmal viel Presserummel um mich herum“, schildert die Künstlerin. Mit ihrer Karriere ging es von da an steil bergauf. Bis heute nimmt sie an nationalen und internationalen Wettbewerben teil, 2017 zum Beispiel beim World Bodypainting Festival in Österreich, wo sie mit ihrem Werk zum Thema „Utopia“ überzeugte und den ersten Platz mit nach Hause nahm. Darüber hinaus arbeitet sie für Film und Fernsehen, bietet aber auch private Paintings an, beispielsweise, wenn es darum geht, einen Babybauch in Szene zu setzen.

„Ich hatte auch schon Modelle über 70“, schildert Marwedel. Ihre Kunst sei keineswegs von einem makellosen Körper abhängig. Wichtig ist ihr allerdings, dass die Chemie stimmt. „Deswegen mussten am Anfang immer noch Familie und Freunde herhalten“, sagt die 32-Jährige mit einem Lächeln. Im Laufe der Jahre kamen immer mehr feste Kooperationen hinzu, wodurch auch viele Freundschaften entstanden seien. Ein Grund, warum sie sich ihrer besonderen Kunst verschrieben hat. Ein anderer Grund ist der künstlerische Aspekt: „Mich fasziniert das dreidimensionale Arbeiten. Man kann vorhandene Elemente nutzen und komplett neue Ebenen schaffen“, so Marwedel.

Etwa sechs Stunden dauert es, bis ein Modell fertig bemalt ist. Besonders schwierig seien geometrische Formen. „Der Körper ist nun mal sehr rundlich, nur aus einer bestimmten Perspektive gelingen diese Formen“, erklärt sie. Marwedel schätzt ihre „lebendige Form der Kunst“, dass sie den Schritt in die Selbstständigkeit wagte, habe sie nie bereut. Im März zog die Künstlerin, gebürtig stammt sie aus Eckernförde, gemeinsam mit ihrem Partner und zwei Katzen ins Neustädter Land. Seit gut zwei Wochen ist auch das hauseigene Atelier fertig, wo sie Interessierte - gern auch spontan - aufsuchen können. Weitere Informationen zu Marwedel und ihrer Kunst gibt es im Internet unter www.gesine-marwedel.de.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 1048 vom 13.04.2019