Inhalt: Werden die Löxter Zwerge klein gehalten?

Werden die Löxter Zwerge klein gehalten?

Stöckendrebberaner fühlen sich von der Verwaltung verschaukelt

  • Gerald Grumpelt (v.li.), Janine Engehausen und Anne-Katrin Zietz schauen in die Pläne, die Grumpelt bereits für die Dorfgemeinschaft gezeichnet hat.   Foto: SeitzGerald Grumpelt (v.li.), Janine Engehausen und Anne-Katrin Zietz schauen in die Pläne, die Grumpelt bereits für die Dorfgemeinschaft gezeichnet hat. Foto: Seitz
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Neustadt/Stöckendrebber (os). Der Kindergarten „Löxter Zwerge“ möchte gern wachsen, besonders weil zuletzt elf von 16 angemeldeten Kindern aus Mangel an Plätzen abgelehnt werden mussten. „Seit fünf Jahren sind wir damit im Gange und bereit etwas zu tun. Die Stadt legt uns aber nur Steine in den Weg“, sagte Diana Nebel-Engehausen am Donnerstag im Rat. Mit zahlreichen Bewohnern hatte sich die Stöckendrebberanerin dorthin begeben, um die Einwohnerfragestunde für kritische Nachfragen zu nutzen. Denen schlossen sich alsbald auch Ratsmitglieder an. Der Erste Stadtrat Maic Schillack hatte auf Fragen der Dorfbewohner geantwortet, es habe gerade ein Angebot an die Dorfgemeinschaft gegeben. Nach und nach entpuppte sich das aber als ein Telefonat, in dem eine Stadtmitarbeiterin den aktuell gesehenen Bedarf erklärt hatte. Unter einem „Angebot“ hätten sich auch Mitglieder des Rates etwas anderes vorgestellt. Merkwürdig fand Ann-Katrin Zietz auch, dass ein Antrag des Ortsrates auf Erweiterung noch im Oktober abgelehnt wurde.

Im Gespräch mit der Neustädter Zeitung erklärte Schillack nach der Ratssitzung, erst seit wenigen Tagen werde über eine zweigruppige Einrichtung gesprochen. Bisher haben die Löxter Zwerge nur eine altersgemischte Gruppe, nehmen Kinder ab 18 Monaten auf. Der Erste Stadrat sieht auch jetzt noch den mittelfristigen Bedarf kritisch. „Im Moment“ sei der hoch, wie lange, lasse sich schwer sagen. Bisher hätten die Prioritäten in anderen Einrichtungen gelegen, weil dort der Ausbau stocke, hat die Verwaltung jetzt auch Stöckendrebber in den Fokus gerückt. Dort wäre die Stadt dann Mieter des Dorfgemeinschaftsvereins.

Selbst wenn ein schneller Ausbau gelingt, ist für ihn noch nicht sicher, dass auf dem angespannten Personalmarkt auch Erzieher gefunden werden. „Ich bin bereit mich zu kümmern und sage ihnen, ich werde jemanden finden“, konterte Nebel-Engehausen sofort - und erntete dafür lautstarken Applaus aus den Reihen des Rates.

Der Dorfgemeinschaftsverein hat schon mit Planungen im Wert von mehreren tausend Euro vorgelegt und ist sofort bereit loszulegen. Gerald Grumpelt ist stellvertretender Vorsitzender und selbst Bauingenieur. „Wir würden auch eine neue Bleibe für unsere langjährigen Mieter suchen, wenn das die Sache voranbringt“, sagte er am Rande der Ratssitzung, „und wir sind bereit ins Risiko zu gehen“. In Stöckendrebber erwartet man jedoch, dass sich in der Verwaltung endlich etwas tut. „Wir waren immer wieder mit Plänen dort, jedes Mal war irgendetwas anderes“, sagt etwa Ortsratsmitglied Friedrich Bohm.

Das Thema soll nach dem Willen der Ratsmitglieder auf die nächste Sitzung des Jugend- und Sozialausschusses am 31. Januar gesetzt und dort weiter diskutiert werden. Die Verwaltung wird nun zumindest einen zügigen Ausbau vorschlagen.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 1035 vom 12.01.2019