Inhalt: Überraschungssieg noch aus der Hand gegeben

Überraschungssieg noch aus der Hand gegeben

  • Zuverlässiger Punktegarant: Dyon Doekhi (am Ball) traf auch in Aschersleben wieder am besten unter den Shooters.   Foto: SeitzZuverlässiger Punktegarant: Dyon Doekhi (am Ball) traf auch in Aschersleben wieder am besten unter den Shooters. Foto: Seitz
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Neustadt (os). „Das neue Jahr beginnt wie das alte aufgehört hat“, kommentierte Shooters-Manager Jan Gebauer die dritte Niederlage in Folge. „Wir schaffen es nicht, eine teilweise 15 Punkte-Führung ins Ziel zu bringen.“ Bei den favorisierten Aschersleben Tigers gab es mit 78:81 eine knappe Auswärtsniederlage.

Ohne Topwerfer Rishi Kakad (siehe Kasten) und die verletzten Malte Bonfils und Jan-Luca Köster hatten die Gäste auch dank Neuzugang Jannik Lodders (siehe Kasten) stark losgelegt. Über 0:9 führten die Shooters schon 5:20, spielten zum Auftakt die Gastgeber förmlich an die Wand. Lodders hatte da bereits zehn Punkte und drei Rebounds gesammelt. Bis zum Viertelende konnten die Tigers allerdings deutlich auf 20:24 verkürzen. Doch die Neustädter blieben auf dem Gaspedal und konnten sich im zweiten Viertel wieder absetzen. Acht Punkte von Topscorer Dyon Doekhi bauten die Neustädter Führung in der 17. Minute auf 30:41 aus. Wenig später verabschiedeten sich beide Teams bei einem Stand von 34:43 in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel wirkten die Gäste unkonzentriert, die Hausherren nahmen das Geschenk dankend an und waren beim 42:43 wieder dran. Zunächst fiel dem TSV aber immer eine Antwort ein und die Führung hielt. Center Brandon McLean mit einem Dreipunktespiel, anschließend Doekhi mit fünf Punkten hielten die Shooters vorn. Es war nun ein klasse Spiel, in dem es hin und her ging. Die Tigers verkürzten und die Antwort gaben erneut die Gäste, erst brachte Nico Teichert zwei erfolgreiche Dreier im Korb der Gastgeber unter, anschließend war es zum Ende des Viertels Fabio Galiano mit vier Punkten. Somit führten die Neustädter nach dem 3. Viertel mit 55:63.

Ein erneuter Fehlstart in das letzte Viertel hatte zur Folge, dass die Ascherslebener in der 33. Minute auf 62:63 verkürzten. Bis zur 36. Minute blieben die Gäste beim Stand von 66:67 in Führung, doch dann lagen die Tigers mit 70:67 erstmals vorn. Mit drei verwandelten Freiwürfen von Doekhi und Lodders glichen die Shooters in der 38. Minute aus. Fünf Punkte der Hausherren zur 75:70-Führung konnte Till-Rouven Radtke für die Shooters auf 75:72 verkürzen. In der letzten Minute gelang Alban für die Tigers der entscheidende Dreier an diesem Abend zur 78:72 Führung. Zwar gelang den Shooters durch Lodders ein weiterer Dreier zum 78:75 Anschluss, doch drei verwandelte Freiwürfe sorgten für die Entscheidung. Zehn Sekunden vor dem Ende gelang Doekhi noch ein Dreier zum 81:78, ein weiterer Wurf des Niederländers ging aber daneben. Ein Foul wollte der Schiedsrichter dabei nicht gesehen haben. Ein Sonderlob von Trainer Lars Buss gab es für Nico Teichert, „der von der Bank kommend einen super Job gemacht hat und sich auch in der Offensive dafür mal belohnt hat“.

Es spielten: Doekhi (22 Punkte), Lodders (15), McLean (15), Teichert (9), Blanchard Obiango (7), Radtke (6), Galiano (4), Müller, Bause und Stanic.

Weiter geht es schon nächsten Samstag mit einem Heimspiel um 19.30 Uhr gegen die fünftplatzierten BBC Rendsburg Twisters. „Nach drei Niederlagen in Folge muss endlich mal wieder ein Sieg her“, fordert Gebauer. Wer das Spiel live vor Ort sehen möchte, kann sich vorab Tickets über die Website www.tsvneustadttempsshooters.de buchen oder am Abend ab 19.15 Uhr an der Tageskasse vorbeischauen. Bedingung ist 2G bei Erwachsenen ab 18 Jahre und FFP Maskenpflicht auch am Platz. „Wir empfehlen allen Zuschauern einen tagesaktuellen Coronaschnelltest zu machen, um sicher zu gehen“, sagt der Manager.

Eine Legende geht

Der Abgang kam plötzlich: Zum Trainingsstart im neuen Jahr teilte Dreier-Scharfschütze Rishi Kakad den Shooters-Geschäftsführern Jan Gebauer und Kai Josewitz überraschend mit, dass er nicht mehr in der Regionalliga-Mannschaft spielen möchte. Kakad wolle sich mehr um seine Familie kümmern, hatte er den Schritt begründet. Der 34-jährige Hannoveraner war im vergangenen Jahr Vater geworden.

Kakad lief seit 2017 insgesamt 79 Mal für die Neustädter auf, erzielte dabei 1.383 Punkte. 825 davon holte er von jenseits der Dreierlinie. Mit einem Treffer warf sich der geborene Brite aber für immer in die Annalen der Shooters. Ausgerechnet im prestigeträchtigen Nachbarderby beim MTB Hannover-Langenhagen traf er 2019 mit der Schlusssirene von der eigenen Dreierlinie zum Sieg in den gegnerischen Korb.

„Ich wünsche Rishi alles, alles Gute in der Zukunft und hoffe ihn noch oft im Shooters-Dome als Zuschauer zu sehen. Er war eine Bereicherung für unser kleines Neustadt und wir hatten alle viele tolle Momente zusammen. Danke, dass du so lange bei uns warst und bleib so wie du bist, denn das macht dich so sympathisch“, so Gebauer.

„Ich möchte mich bei den temps Shooters, den besten Fans der Liga, meinen Managern, Sponsoren, Trainern, Mannschaftskameraden und allen Beteiligten im Verein für die letzten Jahre bedanken, die ich dort verbringen durfte. Es war eine schwere Entscheidung für mich, nicht mehr zu spielen, aber der Wunsch, mehr zu Hause bei meiner Familie zu sein, konnte nicht länger ignoriert werden“, so Kakad.

Heute gegen die BBC Rendsburg Twisters, wird er noch einmal in die Halle kommen, um angemessen geehrt zu werden und sich persönlich zu verabschieden.

Zugang mit viel Erfahrung

Die hochkarätige Verstärkung durch den „Neuen“ war schon nach wenigen Minuten in Aschersleben zu erkennen. Die Shooters bauen ab sofort auf die Erfahrung von Jannik Lodders. Der 29-jährige Hannoveraner hat zuletzt in der 2. Liga Pro A für Phönix Hagen gespielt und war dort Stammspieler. Vorherige Stationen waren Essen, Gotha und Kirchheim, nachdem der Sohn des vielfachen Basketball-Nationalspielers Eckhard Lodders bei der SG Ronnenberg 05 mit der Korbjagd begonnen hatte und in Hannover für den TKH und die UBS Tigers gespielt hatte. Zwischen 2018 und 2020 trat Lodders auch in der Disziplin 3×3-Basketball an und stand im Kader der Nationalmannschaft.

Nach abgeschlossenem Informatik-Studium kehrte der Hannoveraner nun nicht nur in seine Heimat zurück, sondern hatte sich auch aus dem professionellen Basketball verabschiedet. „Ich habe aber trotzdem noch Lust auf gutem Niveau weiter zu spielen“, sagt der 29-Jährige im Gespräch mit der NZ. „Da lag Neustadt natürlich nahe“, begründet er seine Club-Wahl. Und die ersten Eindrücke sind auch sehr positiv. „Das sind gute Jungs und der Spielstil gefällt mir“, sagt er nach der ersten Auswärtspartie. „Ich freue mich schon auf die nächsten Trainingseinheiten und das erste Heimspiel“, so Lodders.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 1192 vom 15.01.2022