Inhalt: Nur noch dritte und vierte Klassen dürfen in Helstorf bleiben

Nur noch dritte und vierte Klassen dürfen in Helstorf bleiben

Stadt muss bis Februar Raumprogramm für eine Schule liefern

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Neustadt (os). Für die Außenstelle Helstorf der gemeinsamen Grundschule mit Mandelsloh beginnt ein Abschied auf Raten bis 2023 - die spätere Rückkehr an den Standort ist aber nicht ausgeschlossen. Dieses Ergebnis liefert zum einen der Bescheid des Regionalen Landesamtes für Schule und Bildung (RLSB), der in dieser Woche bei der Stadtverwaltung einging, zum anderen der Schulausschuss am Dienstagabend.

Die Schulaufsicht gestattet laut Bescheid die Weiterführung des Unterrichts in Helstorf nur noch für die 3. und 4. Klasse. Neue Erstklässler werden in Mandelsloh eingeschult, für die aktuelle 1. Klasse geht es ebenfalls dort ins zweite Schuljahr. „In der Regel sollen einmal gebildete Klassen nach dem ersten Schuljahrgang nicht verändert werden. (…) Aufgrund der sich verringernden Schülerzahl gegenüber dem Schuljahr 2020/21 sind für den zweiten Jahrgang im Schuljahr 2021/22 drei Klassen nicht aufrecht zu erhalten“, heißt es unter anderem im Schreiben der Behörde. Die Schulaufsicht verbindet damit außerdem den Wunsch, die Schule möge „mit den unteren Jahrgängen als Einheit aufwachsen, das pädagogische Konzept und das jahrgangsoffene Arbeiten im Team umzusetzen sowie die pädagogischen Mitarbeitenden an einem Standort in ihrer Arbeit und als Team zu vereinen“.

Bis Schuljahresbeginn soll auch feststehen, mit welcher Busverbindung die jetzigen Helstorfer Schüler transportiert werden. Sie soll zum Ganztagskonzept der Schule passen, das gemeinsame Mittagessen ermöglichen und die Hortkinder aus Helstorf mit einer Rückfahrt versorgen. „Der Schulweg hält sich in den nach der Rechtsprechung zulässigen zumutbaren Grenzen“, schreibt die Stadtverwaltung. Ein optimaler Start in das Schulleben an einer neuen Schule sieht nach Meinung mehrerer Kritiker aber anders aus, da die Kinder so zum Teil mehr als 40 Minuten unterwegs sein sollen. Die Beförderung wird über die Regiobus-Linien 850, 870 und 460 erfolgen. Zwischen der Verwaltung und Vertretern der Regiobus habe es bereits im Vorfeld zu beiden Standortvarianten intensive Abstimmungsgespräche gegeben. Diese würden nun fortgesetzt. „Die Verwaltung geht davon aus, dass sich bis Schuljahresbeginn eine für alle akzeptable Lösung erarbeiten lässt“, schreibt Stadtsprecherin Nadine Schley dazu.

Bis zum 1. Februar 2022 muss zudem ein Raumnutzungskonzept für einen Standort vorgelegt werden. Einen groben Kriterien-Katalog für die Bewertung der beiden Standorte hat der Schulausschuss am Dienstag verabschiedet. Bis zum 9. September haben aber noch alle Beteiligten die Möglichkeit, eigene Kriterien einzubringen, am besten unter grundschule@neustadt-a-rbge.de per E-Mail. Gesprächsbedarf gibt es darüber schon jetzt, wie die Diskussion zeigte. Selbst Eltern äußerten Unverständnis, welche Faktoren teilweise für eine Bewertung herangezogen werden sollen - etwa außerschulische Aktivitäten der Fördervereine. „Es geht um Qualität von Schule und Unterricht“, machte ein Vater deutlich.

Dem Kriterien-Gerüst stimmten zunächst alle Ausschuss-Mitglieder zu, vor allem um den engen Zeitplan bis zur angepeilten Entscheidung im Oktober-Rat nicht zu gefährden. Wie berichtet soll dann noch die aktuelle Besetzung in der letzten Sitzung den Standortbeschluss fassen.

Standortfrage ist grundsätzlich offen

Eine Elternanfrage lieferte die Vorlage: Warum denn überhaupt der Standort diskutiert werde, wo doch Helstorf klar die Außenstelle und Mandelsloh die Stammschule sei, hatte ein Vater gefragt. Manfred Lindenmann (Grüne) nahm sich Zeit und zitierte sowohl den Zusammenlegungsbescheid als auch dazugehörige Beschlüsse von Ortsräten und Rat. Ausnahmslos wird auf die offene Standortfrage verwiesen. Unter anderem hatte die SPD-Vorsitzende und Landtagsabgeordnete Wiebke Osigus, die auch im Mandelsloher Ortsrat sitzt, die falsche Sicht verbreitet, wie Lindenmann - selbst im Helstorfer Ortsrat - kritisierte.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 1167 vom 24.07.2021