Inhalt: Kranzdamen sind der schönste Teil des Neustädter Schützenfestes

Kranzdamen sind der schönste Teil des Neustädter Schützenfestes

An diesem Wochenende wären Majestäten gefeiert worden

  • 2019 versammelten sich die Kranzdamen zum bisher letzten Mal zum Gruppenfoto mit dem Schützenkönig am Nordflügel von Schloss Landestrost.     Foto: Seitz (Archiv)2019 versammelten sich die Kranzdamen zum bisher letzten Mal zum Gruppenfoto mit dem Schützenkönig am Nordflügel von Schloss Landestrost. Foto: Seitz (Archiv)
  • Seit Februar 2020 ist Dirk Hetebrügge Leutnant des Bataillons - ein Schützenfest in seiner neuen Rolle - und damit erstmals im Frack - war ihm bisher nicht vergönnt. Zu seinen Aufgabenbereichen gehören neben dem Kinderschützenfest auch das Kranzdamenprogramm und vor allem die Damenrede. Letztere ist für jeden neuen Offizier eine besondere Herausforderung, gilt es doch die Bedeutung der weiblichen Gäste beim Festessen mit Damen angemessen zu betonen.Seit Februar 2020 ist Dirk Hetebrügge Leutnant des Bataillons - ein Schützenfest in seiner neuen Rolle - und damit erstmals im Frack - war ihm bisher nicht vergönnt. Zu seinen Aufgabenbereichen gehören neben dem Kinderschützenfest auch das Kranzdamenprogramm und vor allem die Damenrede. Letztere ist für jeden neuen Offizier eine besondere Herausforderung, gilt es doch die Bedeutung der weiblichen Gäste beim Festessen mit Damen angemessen zu betonen.
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Neustadt (r/os). Bereits seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehören die Kranzdamen zum festen Bestandteil des Neustädter Schützenfestes. Damals gingen die Kompanievertreter noch von Haus zu Haus und luden ein unverheiratetes Mädchen im Alter zwischen 14 bis 20 Jahren pro Haushalt ein. Einladung und Teilnahme waren eine große Ehre und gehörte zu den Höhepunkten des gesellschaftlichen Lebens, denn sie diente zur „Einführung in die Gesellschaft“.

Seitdem hat sich viel verändert. „Debütantinnen gibt es wohl nur noch auf dem Wiener Opernball“, schätzt Schützenoffizier Gunnar Hergt. Für die Kranzdamen stehen nach seiner Meinung heutzutage der Spaß, den der Ausmarsch, das Unterhaltungsprogramm am Nachmittag und die Party am Abend mit sich bringen, im Vordergrund. „Nebenbei locken aber auch die Gelegenheit, mal ein schönes Kleid zu tragen und ein Schmuckgeschenk von Juwelier Bielert zu erhalten, zur Teilnahme“, so der Fähnrich des Schützenbataillons.

Auch die acht Kompanievertreter müssen nicht mehr alle 600 infrage kommenden Haushalte persönlich aufsuchen. Bereits 1963 wurde beschlossen, die Kranzdamen postalisch über die Stadt Neustadt einzuladen. Doch mittlerweile ist aufgrund der 2018 in Kraft getretenen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) auch eine persönliche, schriftliche Einladung nicht mehr möglich. „Die jungen Damen zu erreichen, stellt die Schützengesellschaft vor eine besondere Herausforderung“, berichtet Dirk Hetebrügge, der als jüngster Leutnant des Bataillons unter anderem für das Kranzdamenprogramm mitverantwortlich ist. „Aber auch wenn heutzutage die Einladungen nicht mehr persönlich oder mit einem Brief erfolgen, sondern über Presse und soziale Medien, sind die Kranzdamen genauso wichtig für das Gelingen des Neustädter Schützenfest wie sie es von jeher waren. Damals wie heute bilden die Kranzdamen den schönsten Bestandteil des Festes“, betont Leutnant Hetebrügge.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 1161 vom 12.06.2021