Inhalt: Wildschweine und Bodensenkung sorgen für niedrigen Wasserstand

Wildschweine und Bodensenkung sorgen für niedrigen Wasserstand

Westseite des Steinhuder Meeres wird instandgesetzt

  • Mit Spezialfahrzeugen, wie umgebauten Pistenraupen, wird der Boden aus den Wiesen für die Erhöhung der Verwallung abgefahren.   Foto: GiebelMit Spezialfahrzeugen, wie umgebauten Pistenraupen, wird der Boden aus den Wiesen für die Erhöhung der Verwallung abgefahren. Foto: Giebel
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Neustadt/Hagenburg (gi). Im Frühjahr hatte das Steinhuder Meer noch einen Wasserstand von 38,00 Meter. Das ist der Höchststand. Dann aber floss sehr viel Wasser ab, geschätzt etwa 15 Zentimeter. Schnell wurden nicht beweisbare Vermutungen laut, das hätte mit Menschenhand zu tun, um die Wiesen zu vernässen.

Das Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser in Hildesheim wies diese Vermutung zurück. Vielmehr hätten an einigen Stellen der Verwallung Wildschweine für Löcher gesorgt. Entscheidend für das Wasserauslaufen sei aber eine Absenkung des Bodens in der Verwallung gewesen.

Das sei auf die trockenen Sommer 2018 und 2019 zurückzuführen, hieß es weiter. Gemessen wurde vom NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft Küsten- und Naturschutz) nur noch eine Höhe 37,80 Meter auf einer Länge von 700 Metern. So konnte das Wasser ungehindert auf die Wiesen laufen, mehrere Landwirte waren betroffen. In dem Streifen liegen auch zwei Rohre (Durchmesser 20 Zentimeter) in einer Höhe von 37,95 Meter unter der Verwallung und sollen dafür sorgen, dass bei einem Wasserstand von 38,00 Meter das Wasser auf die Wiesen läuft. Die Rohre wurden 2010 als Überlauf bei einer größeren Instandsetzungsmaßnahme eingebaut.

Jetzt wurde ein Spezialunternehmen beauftragt, die Verwallung auf den genannten 700 Metern auf 38,70 Meter zu erhöhen. Am Windhornbach (das ist ein natürlicher Zufluss in das Steinhuder Meer) wird an den tieferen Stellen die Verwallung auf 38,30 Meter erhöht. Bewegt wird eine Menge Material, insgesamt rund 2.200 Kubikmeter. Der moorige Boden wird aus den Wiesen gewonnen. Dadurch entstehen sieben kleine Blänken. Das Land gehört der Region, die Maßnahme wurde mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt.

Das Landesamt hat als Konsequenz angekündigt, dass nun jedes Jahr die Verwallung auf Standfestigkeit geprüft wird (die Wildschweine haben schon wieder gebuddelt). „Wir werden regelmäßig nach Schwachstellen suchen, dass ein Wasseraustritt nicht wieder passiert“, sagte Jochen Lieseberg vom Amt für Landesentwicklung. Die Arbeiten sind für circa zwei Wochen angesetzt, der Wasserstand des Meeres lag am 15. Oktober bei 37,64 Meter.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 1127 vom 17.10.2020