Inhalt: Weißer Phosphor verletzt Strandbesucherin

Weißer Phosphor verletzt Strandbesucherin

Surfstrand bis auf Weiteres gesperrt

  • Polizei und Region sahen sich die Lage am Montagvormittag an, kurz später wurden Teile des Strandes wieder freigegeben.   Foto: SeitzPolizei und Region sahen sich die Lage am Montagvormittag an, kurz später wurden Teile des Strandes wieder freigegeben. Foto: Seitz
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Mardorf (os). Mit Brandverletzungen hat sich eine 29-jährige Besucherin des Surfstrandes am Sonntagnachmittag in die Medizinische Hochschule Hannover begeben und musste zur Behandlung und Beobachtung dort bleiben. Sie hatte im Sand einen bernsteinfarbenen Klumpen gefunden und in die Jacke gesteckt. Dort entzündete sich das Fundstück sofort, dabei erlitt die Frau nach Mitteilung der Region Hannover Verbrennungen zweiten Grades. Die Hannoveranerin war an ihrem Wohnort zur Polizei gefahren und anschließend in die Klinik.

Nach Erkenntnissen der Polizei dürfte es sich um weißen Phospor handeln, der beim Kontakt mit Sauerstoff reagiert. Da es sich beim Fundort um jüngst neu aufgespülten Sand handelt, könnte die Chemikalie, die wohl Teil von britischen Weltkriegsbomben sein dürfte, auf diese Weise an den Strand gekommen sein. Der Surfstrand wurde nach dem Vorfall umgehend gesperrt. Zur Vorsicht auch der Badestrand an der Weißen Düne, dort war ebenfalls neuer Sand aufgespült worden.

Am Montagvormittag sahen sich Vertreter von Region, Polizei und Kampfmittelbeseitigungsdienst die Lage an. Kurz später machten Regionsmitarbeiter Teile des Strandes wieder zugänglich. „Der Sand, der dort aufgeschüttet wurde, stammt aus dem Steinhuder Meer und ist im Zuge der Entschlammung im Frühjahr angefallen“, erläutert Sonja Papenfuß, Leiterin des Fachbereichs Umwelt der Region Hannover. „Schon früher hat es Phosphorfunde am Steinhuder Meer gegeben. Es handelt sich dabei um Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg.“

Die Region Hannover warnt nun ausdrücklich davor, Steine oder andere aus dem Wasser des Steinhuder Meers oder am Ufer aufzusammeln und mitzunehmen. Entsprechende Schilder werden im Laufe des heutigen Montags aufgestellt. Kinder sollten am Surfstrand nicht spielen. Eine komplette Sperrung des Uferbereichs ist nicht vorgesehen.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 1113 vom 11.07.2020