Inhalt: Vorwürfe und Unzufriedenheit in Debatte um Grundschulfrage Mandelsloh/Helstorf

Vorwürfe und Unzufriedenheit in Debatte um Grundschulfrage Mandelsloh/Helstorf

Kommunikationsprobleme zwischen Steuerungsgruppe und Verwaltung

Neustadt (tma). Schnell vorbei wäre die Sitzung des Schulausschusses gewesen, hätte nicht ein Mitglied der Steuerungsgruppe zum Raumkonzept der Grundschulfrage Mandelsloh/Helstorf im Voraus seinen Unmut zum Ablauf um den Prozess geäußert.

Bevor nämlich die polarisierende Standortfrage endgültig geklärt wird, muss der Landesschulbehörde bis November ein pädagogisches Raumkonzept vorgelegt werden, welches von der aus Schulleitern, Lehrern, Kita und Elternvertretern bestehenden Steuerungsgruppe erarbeitet werden soll. Doch es hat sich lange nichts mehr getan in der Gruppe. Im März hatte Schulleiterin Nicole Ortelt im Ausschuss zuletzt von der Arbeit der Gruppe und deren Besprechungen berichtet.

Geplant war dann nach den Osterferien ein Workshop mit dem begleitenden Schulberater durchzuführen, um die Erwartungshaltungen von Eltern und Schülern zu sammeln. Der erste Stadtrat Maic Schillack präsentierte ein Angebot des Beraters und fragte die Politiker, ob dieser engagiert werden solle. Nach Bedenken vom Vorsitzenden Johannes Laub (CDU), laut denen er eine solche Entscheidung im Ausschuss als „verfahrensrechtlich kritisch“ ansehe, teilte Schillack mit, dass die Verwaltung es nach dem Bericht der Steuerungsgruppe als Auftrag dieser werte, den Berater zu beauftragen.

Diese Entscheidung und Unsicherheit, die in den darauffolgenden Stunden geäußert wurde, sorgten nun für Streitigkeiten. Der Elternvertreter Hendrik Fuhrwerk aus Niedernstöcken, dessen ältester Sohn die Grundschule in Mandelsloh besucht, machte darauf aufmerksam, dass er seitdem nichts gehört habe und eine E-Mail eine Mitgliedes der Steuerungsgruppe aufgetaucht sei, die den anderen nicht bakennt war. Herausgekommen sei, dass diese „nicht im ausgesuchten Kreis der Mailempfänger enthalten war“, wie es Fuhrwerk formuliert.

In dieser E-Mail wurden „klare“ Bedenken zur Neutralität des Schulberaters genannt, verschickt wurde sie - offenbar nur selektiv - vier Stunden vor Beginn der Ausschussitzung im März. Zur Sprache brachten die wenigen Empfänger sie aber nicht. „Ich habe schon viel ehrenamtliche Arbeit geleistet“, so Fuhrwerk. „Aber mir wurde noch nie so sehr vor den Kopf gestoßen.“ Dies sei keine Art in einer autark arbeitenden Gruppe miteinander umzugehen, ein offenes Gespräch hätte für die Gruppe und den Ausschuss Unklarheiten beseitigen können.

Seitdem habe der Elternvertreter thematisch nichts mehr von der Stadt gehört. „Wenn ich nicht bei den Sitzungen [des Schulausschusses] dabei wäre, wüsste ich gar nichts“, bedauert Fuhrwerk. Den sonst leeren Zuschauerraum haben er und einige Politiker als Symbolbild für das fehlende Vertrauen von Eltern und Lehrern gedeutet. Desinteresse sei auch im Hinblick auf den Umgang mit der privaten Zeit kein Wunder.

„Es ist natürlich nicht gewollt, wenn Leute, die sich ehrenamtlich engagieren, unter Kommunikationsproblemen leiden“, bedauert Stadtsprecherin Nadine Schley. Doch es handele sich bei der Problematik um eine Verkettung mehrerer Probleme. Während der Corona-Krise könnten Sitzungen und Workshops beispielsweise sowieso nicht stattfinden. Fuhrwerk merkt auf Anfrage aber an, dass eine deswegen lang geplante Videokonferenz noch immer nicht stattgefunden habe.

Im Schulausschuss am vergangenen Dienstag hat Günter Hahn (UWG) den Problemen in der Steuerungsgruppe in einem langen Vortrag eine Plattform gegeben. Hahn erläuterte in einem Zeitstrahl ausgiebig die Geschichte des Prozesses, der schon 2012 angefangen hat. Er frage sich „wer hier bewusst [...] verzögert“. Auch habe es weitere Bedenken gegen den Berater gegeben - diesmal vier Stunden nach der Sitzung im März.

„Um Mitternacht [...] grätschte die CDU wieder in die Entscheidung“, so Hahn. In einer weiteren E-Mail wurde nochmals die Auftragsvergabe kritisiert. Weil der Prozess seitdem nicht fortgeführt wurde, forderte Hahn eine Weiterführung sowie einen Abschlussbericht der Steuerungsgruppe. Er sehe sonst nicht, wie das Konzept bis November vorgelegt werden könne. Eine Antwort erhielt der Politiker von der Verwaltung nicht, löste aber stattdessen abermals eine - bei dem Thema obligatorische - Debatte um die Standortfrage aus.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 1111 vom 27.06.2020