Inhalt: 10.000 Volt gegen Rattenplage am Bahnhof

10.000 Volt gegen Rattenplage am Bahnhof

Weitere neue Fallenstandorte bestückt

  • Die Ratten-Bekämpfer Lenz Krohmer und Andreas Plate installieren eine der neuen Fallen am Bahnhofsgebäude, der ehrenamtliche „Rattenbeauftragte“ Matthias Rabe schaut zu.    Foto: SeitzDie Ratten-Bekämpfer Lenz Krohmer und Andreas Plate installieren eine der neuen Fallen am Bahnhofsgebäude, der ehrenamtliche „Rattenbeauftragte“ Matthias Rabe schaut zu. Foto: Seitz
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Neustadt (os). Die Löcher zum Rattenbau sind auf den ersten Blick erkennbar, ein Beet neben dem alten Bahnhofsgebäude ist offensichtlich so unterhöhlt, dass der Boden beim Betreten spürbar nachgibt, als Rattenbekämpfer Andreas Plate seinen Fuß zwischen die Bodendecker setzt.

Die Nager haben sich dort offenbar in großer Zahl eingerichtet - direkt neben dem „Schlaraffenland“. So nennt Ortsratsmitglied Matthias Rabe (SPD), seit Monaten aktiv im Engagement für die Rattenbekämpfung, den bisherigen Containerstandort eines Pizzabäckers. Zwar liegen auch mehrere Giftköderboxen in dem Beet, was die bewirken, bleibt aber unklar. „Wenn man links 'ne trockene Stulle bekommt und rechts ein Fünf-Gänge-Menü ist die Entscheidung doch klar, oder“, meint Rabe.

Ahmad Hazime ist Inhaber der Pizzeria im Bahnhof und hofft auf die Wirksamkeit der neuen Falle. „Das ist kein gutes Gefühl, wenn man den Müll rausbringt“, sagt er. Mehrfach saßen bei solchen Gelegenheiten Ratten im Container. Die Behälter haben auf der Unterseite ein Loch, aus dem Flüssigkeit ablaufen kann, durch das gelangen die Nager einfach an die Essenreste. „Ich bin mir sicher, dass auch am Abfuhrtag da immer mal welche drin sitzen“, so Hazime.

Am Montagvormittag haben die Ratten-Experten der Hamburger Firma Anticimex wieder neue Standorte mit ihren Fallen bestückt. Neben der oberirdischen Falle am Bahnhof, die mit 10.000 Volt gegen die unerwünschten Nager vorgeht, wurden Gullis an der Landwehr, Windmühlenstraße und Leinstraße ausgestattet. Letztere arbeiten mit blitzschnellen Bolzen, die herausschießen, sobald eine Ratte den Durchlauf passiert. An der Windmühlenstraße/Am Walle löste ein solches Geräte innerhalb von rund drei Monaten Probephase 132 Mal (wir berichteten) aus.

Die Testphase wird nun noch einmal verlängert, dann muss die Politik entscheiden, ob die im Gegensatz zu den Giftköderboxen deutlich kostspieligeren Fallen längerfristig in Neustadt eingesetzt werden sollen.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 1109 vom 13.06.2020