Inhalt: Kirchengemeinde sucht Hinweise zum Verbleib der Glockenkrone

Kirchengemeinde sucht Hinweise zum Verbleib der Glockenkrone

Die Krone ist vor der Rückkehr um 1945 verschwunden

  • Die drei Glocken im Turm der St. Osdag Gemeinde. Bei der kleinsten aus dem 14. Jahrhundert fehlt die Krone sichtlich. Verschwunden ist sie, nachdem die Nazis sie einschmelzen wollten.  Foto: (r).Die drei Glocken im Turm der St. Osdag Gemeinde. Bei der kleinsten aus dem 14. Jahrhundert fehlt die Krone sichtlich. Verschwunden ist sie, nachdem die Nazis sie einschmelzen wollten. Foto: (r).
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Mandelsloh (tma). Die kleinste, vermutlich aus dem 14. Jahrhundert stammende Glocke des Geläuts in der St. Osdag Kirche hat seit 75 Jahren keine Krone mehr. Jetzt sucht die Gemeinde nach Aufzeichnungen und Hinweisen.

Bodo Messerschmidt berichtet, man plane, die fehlende Krone im Schweißwerk wieder neu auzusetzen. „Es soll hierzu eine möglichst originalgetreue Rekonstruktion erfolgen“, berichtet Messerschmidt. „Die Ablieferungskartei aus der Kriegszeit hat erstaunlicherweise kein Bild der Glocke, an dem man sich orientieren könnte.“ Eine Dokumentation der Abnahme der drei Glocken zu Kriegszeiten seitens der Kirchengemeinde habe man im Archiv nicht gefunden - auch Bilder und Fotos fehlen.

Die Kirche erhofft sich daher die Mithilfe von Mitbürgern. Für eine Rekonstruktion könnten beispielweise historische Bilder in privaten Alben, Erzählungen aus der Zeit oder Zeitungsausschnitte hilfreich sein. Informationen nehmen Annemarie Bötel oder Bodo Messerschmidt unter Telefon 05072/1280 entgegen.

„Wir wollen alle Recherche-Möglichkeiten ausschöpfen, um dem früheren Original so nah wie möglich zu kommen“, sagt Messerschmidt. „Erst wenn wir uns sicher sind, dass wir keine Chance mehr haben, sollte eine neue, an historische Glocken der Guss Zeit angelehnte Krone entworfen werden.“

Am 17. März 1942 sollen die Glocken aus dem Turm geholt worden sein. Vermutlich ist die Krone im Rahmen der Ablieferung der Glocke zu Rüstungszwecken im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen. Am 7. Juni 1945 sind die Glocken zurückgebracht worden. Am 8. Juli wurde dann wieder geläutet - die Krone fehlte jedoch zu dem Zeitpunkt.

Glocke #3 mit dem Schlagton f wiegt bei einem unteren Durchmesser von 62 Zentimetern rund 150 Kilogramm. Sie wurde durch einen unbekannten Meister gegossen, vermutlich im 14. Jahrhundert. Diese Glocke ist kaum abgenutzt, nur die besagte Krone ist auffällig nicht vorhanden.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 2414 vom 08.04.2020