Inhalt: Betrugsfälle nimmt Neustadts Polizei mehrmals täglich auf

Betrugsfälle nimmt Neustadts Polizei mehrmals täglich auf

Kriminalstatistik: Fallzahlen und Aufklärungsquote steigen

  • Erfolgreich gegen Drogenhandel: Mit Durchsuchungen in zehn Wohnungen und Häusern spielte sich einer der größten kriminalpolizeilichen Einsätze im Stadtgebiet seit langem Ende August 2019 ab, unter anderem am Großen Weg (kleines Foto) und an der Memeler Straße.    Fotos: Seitz (Archiv)Erfolgreich gegen Drogenhandel: Mit Durchsuchungen in zehn Wohnungen und Häusern spielte sich einer der größten kriminalpolizeilichen Einsätze im Stadtgebiet seit langem Ende August 2019 ab, unter anderem am Großen Weg (kleines Foto) und an der Memeler Straße. Fotos: Seitz (Archiv)
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Neustadt (os). Seit 2013 liegt die Zahl der registrierten Straftaten im Stadtgebiet um einige Hundert niedriger als bis 2012. Seither pendeln sich die Fallzahlen um 2.100 ein. Das war auch 2019 so. Mit 2.164 Straftaten fiel der Wert leicht höher aus als 2018 (+70). Gleichzeitig stieg auch die Zahl geklärter Fälle von 66,09 auf 67,47 Prozent.

Mit nichts haben die Beamten des Kriminalermittlungsdienstes (KED) so häufig zu tun wie mit Betrugsdelikten, in der Mehrheit über das Internet begangen. „Anzeigen dazu werden meist mehrfach täglich erstattet“, sagt KED-Leiter Jürgen Winkler. Dabei schlagen sich diese Zahlen nicht in der Neustädter Statistik nieder. „Wir ermitteln und geben den Fall dann an die Staatsanwaltschaft ab. Danach sorgt die Dienststelle am Wohnort des Tatverdächtigen für den Rest, dort kommt der Fall auch in die Statistik. In Neustadt gab es mit 80 Fällen zwar fünf mehr als 2018, „wenn ein Intensivtäter hier aktiv wäre, lägen die Fallzahlen aber schnell im dreistelligen Bereich“, so Winkler. Auch Hinweise auf Trickbetrug - oft gegen Senioren, wie Enkeltrick und falsche Polizeibeamte oder Bankmitarbeiter - gab es viele. „Hier werden aber eher Anrufe gemeldet, die nicht zum Erfolg führen“, so der Kriminalbeamte. Er vermutet eine hohe Dunkelziffer bei erfolgreichen Fällen - meist aus Scham der Opfer, auf die Täter hereingefallen zu sein. Im vergangenen Jahr traf es etwa einen betagten Bordenauer, der 13.000 Euro an falsche Polizeibeamte aushändigte.

Drogendelikte nehmen weiter zu, vor allem im Bereich Marihuana. „Bei Kokain und Amphetaminen ist jedoch eine Steigerung der Fallzahlen zu erkennen“, sagt der KED-Leiter. Mit 97,51 Prozent liegt die Aufklärungsquote bei den 201 Fällen in 2019 naturgemäß hoch, weil fast immer der Täter direkt feststeht. In den vergangenen zehn Jahren lagen die Zahlen nie über 200, seit 2015 aber meist nicht weit darunter. Vor allem ein größerer Fall mit Durchsuchung von zehn Objekten (wir berichteten) sorgte 2019 für überörtliche Schlagzeilen.

Körperverletzungen beschäftigen die Ermittler ebenfalls oft, meist im häuslichen Bereich. „Körperverletzungen unter einander unbekannte Personen sind dagegen selten“, so Winkler. 251 Mal mussten seine Beamten wegen solcher Delikte aktiv werden, weitere 16 Mal bei „gefährlicher Körperverletzung“, also wenn Hilfsmittel zur Gewaltausübung verwendet werden. Mit mehr als 95 Prozent wurden auch hier die meisten Taten geklärt. Das gilt auch für Vergewaltigungen und sexuelle Nötigung. Beides kam zudem nicht in der Öffentlichkeit vor, sondern in Beziehungen.

67 Ladendiebstähle (-6) und 138 (+16) sind gegenüber anderen Dienststellen alles andere als ein Schwerpunkt. Die 40 Einbrüche in Autos bedeuten sogar einen historischen Tiefstwert. Den gab es 2018 bei Einbrüchen in Häuser und Wohnungen (37). Im vergangenen Jahr lag die Zahl mit 56 Taten deutlich höher, aber immer noch klar unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Dank immer besserer Sicherung der Gebäude war zudem fast jede zweite Tat nur ein vergeblicher Versuch - trotzdem oft mit hohem Sachschaden. Nur jeder dritte Einbruch wird aufgeklärt. In Geschäftsräume und Lager wurde 71 Mal eingebrochen, dort konnte jedoch nur in jedem fünften Fall ein Täter ermittelt werden.

Jeweils nur eine Tat gab es in den Deliktfeldern Raub und versuchte Tötung.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 2412 vom 25.03.2020