Inhalt: Die Tafel in Zeiten des Corona-Virus: Schutzmasken, Abstand und Ungewissheit

Die Tafel in Zeiten des Corona-Virus: Schutzmasken, Abstand und Ungewissheit

IT-Unternehmen MHP spendet 1.000 Äpfel nach Messe-Ausfall

  • Christina Schlicker (vorne, v.li.), Ulla Paczkowski und Jürgen Kassebeer wollen „die Warenausgabe so lange wie möglich aufrecht erhalten“.  Foto: MaibaumChristina Schlicker (vorne, v.li.), Ulla Paczkowski und Jürgen Kassebeer wollen „die Warenausgabe so lange wie möglich aufrecht erhalten“. Foto: Maibaum
  • 1.000 Äpfel von der Firma MHP waren eine willkommene Extra-Warenlieferung.  Foto: (r).1.000 Äpfel von der Firma MHP waren eine willkommene Extra-Warenlieferung. Foto: (r).
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Neustadt (tma). Viele Ausgabestellen für Lebensmittel im Land haben als Maßnahme gegen Covid-19 ihre Türen geschlossen. Die Tafel in Neustadt hält dagegen: „Solange es möglich ist, machen wir weiter“, sagt die Leiterin Ulla Paczkowski. Doch die Helfer wollen nach Rücksprache mit Johannes-, St. Peter und Paul-Gemeinde sowie Nienburger Tafel auch Konsequenzen aus der aktuellen Lage ziehen.

Das katholische Gemeindehaus kann trotz Einstellung der Kirchenaktivitäten weiter genutzt werden, doch der Ablauf der Ausgabe wird durch einen Maßnahmenkatalog stark verändert. Von nun an wird pro Familie nur einer Person Zugang gewährt, Kinder müssen ganz Zuhause bleiben. Flatterband teilt einen Wartebereich vor dem Gemeindehaus auf, im Gebäude selbst dürfen maximal drei Kunden - mit deutlichem Abstand - anstehen, bis zu vier in der Warenausgabe selbst sein.

Dort gelten auch strenge hygienische Vorschriften. Besucher müssen mindestens Hände waschen und desinfizieren, ehrenamtliche Helfer tragen Schutzmasken und Gummihandschuhe. Die Ehrenamtlichen sind vom Durchschnittsalter her in der Risikogruppe des Corona-Virus. Auch werden bis auf weiteres keine Neukunden aufgenommen, man sei mit 135 registrierten Haushalten und insgesamt 350 Personen vorerst wahrscheinlich ausgelastet.

„Für die nächsten paar Wochen haben wir wohl keine Probleme mit der Versorgung, danach müssen wir sehen, wie die aktuelle Lage ist“, sagt Jürgen Kassebeer. Aktuell sind zwar Milchprodukte knapp, doch durch die IT-Firma MPH gab es eine Lieferung von 1.000 Äpfeln, weil eine Messe in Stuttgart ausfiel. Auch beliefert Rewe-Inhaber Martin Diedrichs die Tafel seit drei Wochen mit hochwertigem Obst und Gemüse.

„Wir sind unabhängig von der aktuellen Situation ins Gespräch gekommen“, erzählt Diedrichs. „Auf dem Großmarkt kriege ich frische 40 bis 50 Kilogramm zum Einstandpreis.“ Er wolle keine alte oder beschädigte Ware abgeben. „Das ist sehr großzügig“, freut sich Paczkowski.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 2411 vom 18.03.2020