Inhalt: Rettungsboot in Schleusen-Not: Nur auf Umwegen geht es zum Unglück

Rettungsboot in Schleusen-Not: Nur auf Umwegen geht es zum Unglück

DLRG und SPD erhoffen sich schnelle Lösung bei Schleuse und Hafen

  • Matthias Rabe (v.li.), Christina Schlicker, Wiebke Osigus von der SPD und DLRG-Mitglieder sehen auch am Schlosshafen eine mögliche Zufahrt für das neue Boot.   Foto: MaibaumMatthias Rabe (v.li.), Christina Schlicker, Wiebke Osigus von der SPD und DLRG-Mitglieder sehen auch am Schlosshafen eine mögliche Zufahrt für das neue Boot. Foto: Maibaum
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Neustadt (tma). Bei der Jahreshauptversammlung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) wurde kürzlich das neue Rettungsboot vorgestellt, doch sollte jemand im nördlichen Teil der Leine verunglücken, gibt es auf dem Weg bis zum Einsatzort noch so einige Hindernisse.

Zuerst muss das Boot an einer geeigneten Stelle ins Wasser gelassen werden - „da fangen die Probleme schon an“, sagt Thorsten Moritz vom Katastrophenschutz der DLRG. Die dafür zugeteilte Zufahrt liegt direkt gegenüber des kleinen Hafens am Schloss auf einem Naturschutzgebiet - erreichbar durch eine Abfahrt neben der Löwenbrücke. Doch der Weg zum Wasser ist eng, nicht befestigt, zugewachsen und noch dazu durch einen eisernen Schlagbaum verschlossen. Den Schlüssel hat nur die Feuerwehr, auf die die DLRG im Notfall warten muss. Noch dazu muss diese einen Kran mitbringen, um das Boot ins Gewässer zu befördern - die sogenannte Slipanlage, eine metallene Bootsrampe, ist zu weit im Wasser versunken.

„Wenn die Mühle (Anm. d. Red.: Wasserkraftwerk Ecksteinmühle) an ist, fließen durch die kleine Leine 20.000 Liter pro Sekunde“, sagt SPD-Ratsherr Matthias Rabe. „Das hat die Metallplatte unterspült, alles andere wurde mitgerissen.“ Eine Zukunft sieht Landtagsabgeordnete Wiebke Osigus nur durch intensive Herrichtung des Weges: „Ich sehe die Stadt in der Pflicht.“ Das verneint Verkehrskoordinator Benjamin Gleue - die Stadt habe keine Verkehrssicherungspflicht für die verpachtete Fläche, weil diese nicht dem öffentlichen Verkehr gewidmet sei. „Wir sind aber gesprächsbereit - wenn sich jemand meldet, kann Stadtgrün noch bis Ende Februar etwas machen.“

Eine andere Lösung sieht die DLRG aber auch auf der anderen Uferseite an der Wiese neben dem Hafen. Dort führt ein befestigter Weg sowieso fast bis an das Wasser herunter. „An der Stelle wäre es sinnhafter und man könnte die Kosten minimieren“, sagt Moritz.

Doch sollte das Problem gelöst werden, kommt auf die Beteiligten ein weiteres Problem zu. Der direkte Weg von der kleinen Leine auf den Hauptarm des Gewässers führt durch die denkmalgeschützte Schleuse, die seit einigen Jahrzehnten defekt im Besitz des bundesdeutschen Wasseramtes ist. Dieses würde das Bauwerk gerne für einen symbolischen Euro verkaufen, doch auf den Käufer kämen teure Restaurationsmaßnahmen zu. „Das ist schon ein Widerspruch, man lässt sie vergammeln, aber stellt sie unter Denkmalschutz“, ärgert sich Moritz. Eine mögliche Lösung sieht die SPD in der Neugründung eines eingetragenen Vereins. Dieser würde aber auch „mindestens 80.000 Euro“ an Spendengeldern benötigen.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 2407 vom 19.02.2020