Inhalt: BBZ könnte für 13,4 Millionen Euro mit neuem Brandschutzkonzept saniert werden

BBZ könnte für 13,4 Millionen Euro mit neuem Brandschutzkonzept saniert werden

Meldeanlage war wohl ganze vier Jahre nicht ordnungsgemäß installiert

Neustadt (tma). Die Region Hannover hat im Ausschuss für Schulen, Kultur und Sport erstmals über ein großes Vorhaben am Berufsbildungszentrum (BBZ) beraten. Für notwendige Brandschutzmaßnahmen sollen rund 13,4 Millionen Euro bereitgestellt werden. Die Abstimmung in der Regionsversammlung dazu erfolgt Anfang März.

Seit etwa acht Jahren tauschen sich Region und Bauordnungsamt Neustadt zu einem neuen Brandschutzkonzept des BBZ aus. Untersuchungen von Brandschutzgutachtern der Region haben ergeben, dass im gesamten Gebäudekomplex erhebliche brandschutztechnische Mängel vorlagen. Aufgefallen sei dies erstmals, als eine zur Feuerwehr aufgeschaltete Brandmeldeanlage untersucht wurde. Diese sei im Endeffekt von 2012 bis 2016 „nicht ordnungsgemäß installiert“ gewesen.

„Bisher hat es aber noch nie Probleme mit der Alarmierung gegeben, das hat jedes Jahr geklappt“, sagt Schulleiter Uwe Backs. Er erklärt sich die Feststellung der Prüfer mit verschärften Vorschriften. „Mit den BBS haben wir ein Pfund, mit dem wir wuchern können“, sagt SPD-Landtagsabgeordnete Wiebke Osigus. „Für so etwas muss jederzeit Geld da sein.“ Auch die CDU unterstützt den Schritt. „Leider ist der Brandschutz an der BBS Neustadt in einem mangelhaften Zustand, das ist unverantwortlich und muss so schnell wie möglich verbessert werden“, sagt Stefan Porscha, Regionsabgeordneter aus Schneeren. Für die Christdemokraten sei es „richtig und wichtig“, dass die Investitionen getätigt werden, damit das BBZ „zukunftssicher“ gemacht werden kann. Sie fordern möglichst keine Einschränkungen für Schüler. Diese sollen in der Zeit von 2023 bis 2026 teilweise in einer Containeranlage mit sechs Klassenräumen unterkommen, die in der Planung inbegriffen ist. „Wir bauen in Abschnitten, damit alles sicher ist, wenn es mal wirklich brennt“, erklärt der Schulleiter. „Deswegen kann es sein, dass einige Klassenräume kurz nicht erreichbar sind, wenn die Flure gerade betroffen sind.“

Nachdem Gutachter im BBZ eine nicht ordnungsgemäß installierte Brandmeldeanlage vorfanden, haben sie ihre Bemühungen intensiviert. Dadurch blieb das Problem nach Folgeuntersuchungen nicht allein: Region und Stadt stellten zusätzlich deutliche Mängel und veraltete Anlagen an vielen anderen Stellen fest. Auch einige Begehungen mit der Feuerwehr Neustadt wurden für die Erstellung eines neuen Brandschutzkonzeptes durchgeführt. Dieses setzt schon bei den Außenwänden an. In Gefährdungsbereichen müssten eigentlich ganze Fassadenbereiche ausgetauscht werden, was durch eine neue Rauchmeldeanlage kompensiert werden soll. In Klassenräumen und Werkhallen fehlen vorgeschriebene zweite Fluchtwege. Durch direkte Ausgänge ins Freie sowie die Ergänzung von Rettungsfenstern soll diese Situation behoben werden. Die Ausbreitung möglicher Brände soll durch Brandwände im Innenbereich sowie neue Brandschutztüren gehemmt werden. „Die Bestandstüren entsprechen in der Regel nicht den Anforderungen und müssen ausgetauscht oder ertüchtigt werden“, begründet dies die Drucksache.

Alle neuen Türen sollen rauchdicht und selbstschließend sein. Weiterhin wird das gesamte Gebäude brandschutztechnisch neu unterteilt, die ehemalige Hausmeisterloge muss weichen. Das führt auch zu verbesserten Flucht- und Rettungswegen. Decken und Dächer sollen nachgebessert werden, um widerstandsfähiger gegen Hitze und Flammen zu werden. Wesentlich erweiterte Elektrotechnik wie Beleuchtung, Ansaug- und Brandmeldeanlagen sollen im Brandfall helfen. Kurioserweise beinhaltet die Technik auch neue akustische Anlagen, da Notsignale bisher „schlecht hörbar“ gewesen seien.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 2407 vom 19.02.2020