Inhalt: Neues Kita-Jahr: 220 Erstwunsch-Absagen flattern Eltern ins Haus

Neues Kita-Jahr: 220 Erstwunsch-Absagen flattern Eltern ins Haus

Flexi-Plätze schaffen viel Unsicherheit - Stadt sieht sich „gut unterwegs“

  • Soll noch dieses Jahr fertig werden - auch wenn gerade die erste Wand steht: Die Kita Auengärten bietet dann Platz für vier Gruppen mit bis zu 80 Kindern.   Foto: SeitzSoll noch dieses Jahr fertig werden - auch wenn gerade die erste Wand steht: Die Kita Auengärten bietet dann Platz für vier Gruppen mit bis zu 80 Kindern. Foto: Seitz
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Neustadt (os). Auch wenn viele Familien an diesem Wochenende eine Zusage für ihren Kita-Wunsch im Briefkasten finden, wird in 220 Fällen keine Freude aufkommen. Dort nämlich, wo der Erstwunsch nicht erfüllt werden konnte und das Warten auf eine Alternative beginnt, damit der Nachwuchs mit Beginn des neuen Kindergartenjahres im August einen Betreuungsplatz bekommt. Wenig tröstend im Einzelfall: Die Zahl dieser Absagen ist in diesem Jahr laut Verwaltung rund 20 Prozent geringer als im Vorjahr. Auf ein Manko weisen aber selbst die Zusagen hin: Bei der Platzvergabe sind auch noch im Bau befindliche Einrichtungen oder Plätze, die durch Erweiterungen entstehen, eingerechnet. Die Briefe weisen erstmals explizit daraufhin, dass nur Kinder betreut werden können, wenn auch genügend Personal gefunden wird (siehe unten).

Selbst für die Familien, deren Erstwunsch nun nicht erfüllt wird, besteht Hoffnung. „Zahlenmäßig sind wir extrem gut unterwegs“, sagt auch deshalb der zuständige Erste Stadtrat Maic Schillack. Nach eigener Recherche des Bürgermeisterreferats haben die Nachbarstädte Garbsen und Seelze deutlich mehr fehlende Kitaplätze. Was vor Ort zuversichtlich stimmt: Zum einen gibt es noch 60 freie Plätze, die bisher nicht angewählt wurden, außerdem wird sich in einigen Fällen der Erfahrung nach der Zweit- oder Drittwunsch erfüllen. Zum anderen birgt eine Instrument für den Elternwillen noch reichlich Potential: Die Landesregierung räumt Kann- und sogenannten Flexi-Kindern als Stichtag für die Entscheidung über den Schulstart eine lange Entscheidungsfrist ein. Für Kinder, die zwischen 1. Juli und 30. September eines Jahres geboren wurden, dürfen Eltern bis zum 30. April entscheiden, ob sie eingeschult werden oder nicht. „Ab Anfang Mai wissen wir dadurch erst, wie viele dieser Kinder in die Schule kommen und welche Zahl freier Plätze sich daraus ergeben“, so Schillack. In Neustadt betrifft das in diesem Jahr 120 Kinder. Da insgesamt 161 Betreuungsplätze fehlen, könnte im besten Fall noch ein großer Teil frei werden.

Insgesamt fehlen in der Kernstadt 32 Krippen-, 53 Kindergarten- und 16 Hortplätze, in den Stadtteilen sind es neun, 26 und 25 in der jeweiligen Einrichtungsart. Über das ganze Stadtgebiet gibt es 1.361 Plätze in Kindergärten, 461 in Krippen und 543 in Horten. Neu angemeldet wurden zum 1. August 846 Kinder. Die Abdeckung bei den Kindergärten liegt bei rund 98 Prozent, im Krippenbereich werden knapp 44 Prozent erreicht. „Da hieß es mal, mit 20 Prozent sei man auf der sicheren Seite“, so Schillack.

In Arbeit ist einiges im Kitabereich: In Scharrel und Schneeren wird deutlich erweitert, auch in Stöckendrebber wird der Ausbau bald einsatzbereit, ebenso in Mariensee. Die viergruppige Kita Auengärten und der Anbau der Kita Ratzenspatz sollen noch in diesem Jahr fertig werden. In Laderholz startet mit der ersten Bauerhof-Kita im weiten Umkreis ein ganz neues Konzept. Nach Schillacks Worten werden die Bemühungen um weitere Kita-Plätze fortgesetzt. Die nächsten Erweiterungen stehen für Mardorf, Büren, die Klax-Kita sowie dem Kinder- und Jugendhaus in der Kernstadt geplant.

Nichts geht ohne Personal

Die Einschränkung steht erstmals in den Zusagen: Plätze in neuen oder erweiterten Einrichtungen gibt es nur, wenn auch Personal gefunden wird. Aktuell werden neben acht ohnehin offenen Stellen im Kita-Bereich auch 20 weitere Fachkräfte für neue oder größere Einrichtungen gesucht, darunter drei Leitungen.

Die Stadtverwaltung setzt bei der Suche auf mehrere Instrumente. Sie hat ein internes Qualifizierungsprogramm aufgelegt, „das ist ein Pfund zum Wuchern“, sagt Fachdienstleiterin Martina Wilhelms. Sozialassistentinnen können sich so beispielsweise berufsbegleitend zu Erzieherinnen fortbilden und werden dafür teilweise freigestellt. In Erzieherklassen wird aktiv geworben, auch ein Gesundheitsmanagement - unter anderem mit gesponserten Fitness-Angeboten - soll Mitarbeiterinnen anlocken.

„Gerne nehmen wir jederzeit Bewerbungen entgegen“, sagt Dezernent Maic Schillack.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 1092 vom 15.02.2020