Inhalt: Ein Macher mit Herz für Kinder

Ein Macher mit Herz für Kinder

Heiner Zieseniß als Ortsbürgermeister verabschiedet

  • Die Glocke weitergereicht: Heiner Zieseniß hört nach mehr als 18 Jahren als Ortsbürgermeister auf, Ulrich Baulain übernimmt.   Fotos: SeitzDie Glocke weitergereicht: Heiner Zieseniß hört nach mehr als 18 Jahren als Ortsbürgermeister auf, Ulrich Baulain übernimmt. Fotos: Seitz
  • Zieseniß dankte besonders auch seiner Frau Anne.Zieseniß dankte besonders auch seiner Frau Anne.
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Mariensee/Wulfelade. „Alles ein bisschen übertrieben“, kommentierte Heiner Zieseniß bekannt knapp die Laudatio, die sein - einstimmig gewählter - Nachfolger als Ortsbürgermeister, Ulrich Baulain, gerade auf ihn gehalten hatte.

Im Gasthaus Bartling hatten sich zahlreiche Wegbegleiter sowie Vertreter der Vereine und Institutionen aus der Ortschaft eingefunden, um „ihren Heiner“ zu verabschieden. Zieseniß ist ein Phänomen: Der Christdemokrat saß immer fest im politischen Sattel, holte jede Menge Stimmen und damit Mandate für seine Partei. Nach höheren Aufgaben drängte es ihn nie, „seine“ Ortschaft hatte immer den höchsten Stellenwert. Dabei vereint der 69-Jährige, der lange Jahre auch noch den TSV Mariensee-Wulfelade führte einen Widerspruch in sich, auf den auch Baulain einging. Auf der einen Seite war es Zieseniß immer wichtig, die Bürger mit einzubinden und Abläufe zu erklären. Zu langes Reden passte ihm aber nicht in den Kram. „Ich mache das schon“, war ein oft gehörter Satz - und „Heiner“ machte das dann auch. Oft auf dem kurzen Dienstweg, so dass von der Stadtverwaltung die Nachfrage überliefert ist, er hätte ja nie etwas. „Schnell und pragmatisch arbeitend“, beschrieb ihn Baulain, als Beispiel diente die Brücke im „Kälberbruch“. Die sollte wegen Mängeln gesperrt werden. Innerhalb eines Tages wurde sie durch örtliche Handwerker unter Zieseniß‘ Führung verstärkt - und hielt bis zur planmäßigen Sanierung.

Der ausgeschiedene Ortsbürgermeister setzte sich für den Zusammenhalt der Vereine und Institutionen ein, kämpfte sofort für Verbesserungen während der B 6-Leinebrücken-Sperrung, unterstützte bei der Dorfladengründung oder der Kita-Erweiterung.

Überhaupt lag der Nachwuchs der Dörfer Empede, Mariensee und Wulfelade immer am stärksten in Zieseniß‘ Fokus. Ob Schule, Sportverein, Feuerwehr oder ganz allgemein - immer hatte er die Jüngsten und ihr Wohlergehen fest im Blick und „machte“ etwas dafür.

Als langjähriger landwirtschaftlicher Betriebsleiter des Friedrich-Löffler-Instituts hatte der Marienseer den Vorteil meistens vor Ort zu sein. Ein echter Ortsbürgermeister eben.

Was vor knapp zwei Jahren als leichte Heiserkeit begann, entwickelte sich jedoch zu einer chronischen Erkrankung des Kehlkopfes, die ihn weitgehend die Stimme kostete. Ein schweres Handicap für sein politisches Ehrenamt, in dem er stets von guten Netzwerken und Gesprächen lebte. „Heiner“ hatte sich bei seinen Besuchen gerade älterer Einwohner immer auch etwas mehr Zeit genommen zum Erzählen.

„Es war mir eine große Ehre“, sagte Zieseniß am Donnerstag in der Ortsratssitzung, die maßgeblich seiner Verabschiedung galt. „Wir sind alle Menschen, wir sprechen miteinander, ziehen an einem Strick“, so der Ex-Ortsbürgermeister. Dass es ihm immer um die Sache ging, hatte auch schon Nachfolger Baulain betont, nachtragend sei Zieseniß nie gewesen - auch wenn es „mal gekracht“ hatte.

Heiner Zieseniß bleibt dem Ortsrat erhalten - und es gibt für ihn noch Maßnahmen auf der Agenda, zum Beispiel eine Querungshilfe zum Dorfladen. „Die muss her“, sagte er - und wird auch ohne das Amt mit Beharrlichkeit dafür kämpfen.Oliver Seitz

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 1092 vom 15.02.2020