Inhalt: Neue Notfallseelsorger eingeführt - Ehrenamtliche verstärken das Team

Neue Notfallseelsorger eingeführt - Ehrenamtliche verstärken das Team

Christiane Schröder verabschiedet

  • Tim Kröger, Silvia Hien-Völpel, Torsten Dannenberg, Christiane Schröder, Ute Bertram-Kühn und die stellvertretende Superintendentin Christa Hafermann nach dem Gottesdienst.   Foto: (r).Tim Kröger, Silvia Hien-Völpel, Torsten Dannenberg, Christiane Schröder, Ute Bertram-Kühn und die stellvertretende Superintendentin Christa Hafermann nach dem Gottesdienst. Foto: (r).
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Neustadt (os). Mit einem feierlichen Gottesdienst haben die Notfallseelsorger des Stadtgebietes Verstärkung in ihre Reihen aufgenommen. In der Kapelle des St. Nicolaistiftes verabschiedeten Pastor Tim Kröger und die stellvertretende Superintendentin Christa Hafermann zunächst Christiane Schröder aus dem Kreis und führten Ute Betram-Kühn, Silvia Hien-Völpel und Torsten Dannenberg in ihre neuen Ämter ein. Alle drei sind ehrenamtlich tätig und auf ganz unterschiedlichen Wegen zu ihrer neuen Berufung gekommen.

Der Eilveser Torsten Dannenberg ist seit 37 Jahren Feuerwehrmann und hatte schon mehrfach Berührungen mit der Notfallseelsorge, vor allem nach Suiziden und schweren Unfällen an der Bahnstrecke und auf der B 6. Da er auch in der Kirchengemeinde sehr engagiert ist, ging er letztlich auf Pastor Tim Kröger zu, der die Notfallseelsorge im Neustädter Land 1997 gegründet hatte und mittlerweile auch hauptamtlich regionsweit koordiniert. Aus Dannebergs Hospitation im Rahmen der Ausbildung entstand noch eine weitere Aufgabe für den ausgeglichenen Eilveser: Einmal pro Woche ist er als ehrenamtlicher Seelsorger im Klinikum Nienburg im Einsatz.

Pflegekraft Silvia Hien-Völpel aus Schneeren hatte nach einer Stundenreduzierung im Job nach einer Aufgabe gesucht. „Hospiz war eine Überlegung, aber das ist mir zu dicht am Beruf“, sagt sie. Weil ihre Tochter Notfallseelsorgerin in Berlin ist, recherchierte sie zu diesem Bereich und stieß bald auf Kröger. In schwierigen Situationen Ruhe zu bewahren, sieht sie als eine ihrer Stärken.

Für die Helstorferin Ute Bertram-Kühn ist die Notfallseelsorge neben ihrem Rats-Mandat ein weiteres ehrenamtliches Standbein. Auslöser war eine Selbsttötung, die sie als Zugpassagierin erlebt hatte. Der Gedanke reifte einige Monate, bevor sie bei einer Feuerwehrveranstaltung mit Kröger ins Gespräch kam und sich letztlich für die Ausbildung entschied.

Die drei neuen Notfallseelsorger durchliefen zunächst eine neunmonatige Grundausbildung mit seelsorgerischen Inhalten, bevor sich ein Kurs speziell zur Notfallseelsorge anschloss. „Man lernt in erster Linie viel über sich selbst“, sagt Silvia Hien-Völpel. Das bestätigen auch Bertram-Kühn und Dannenberg. Bereitschaftsdienste hatten alle drei zwischenzeitlich schon, Einsätze aber bisher nicht.

Nicht zum Team gehört nun Christiane Schröder. Seit 2008 war sie offiziell dabei, nachdem sie vorher schon als Pastorengattin mehrfach Berührungen mit der Notfallseelsorge gehabt hatte. „Die Familie wächst und auch meine Mutter benötigt mehr Zuwendung“, erklärt Schröder ihren Abschied.

Zwischen 25 und 30 Einsätze hat das Notfallseelsorge-Team pro Jahr. Neben sechs ehrenamtlichen Kräften gehören 14 Gemeindepastoren dazu. „Unsere Arbeit kann einem auch persönlich sehr nahe gehen“, sagt Kröger, besonders mit Blick auf Todesbenachrichtigungen oder Fälle von plötzlichem Kindstod. Zur Verarbeitung stehen den Helfern spezielle Angebote zur Verfügung.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 2406 vom 12.02.2020