Inhalt: Kreishandwerksmeister Thomas Hinze: „Selber was herzustellen ist Trend“

Kreishandwerksmeister Thomas Hinze: „Selber was herzustellen ist Trend“

Handwerkerschaft feiert Freisprechung und verteilt Gesellenbriefe

  • Innungsobermeister Marc überreicht Gesellenbriefe an Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Eine Rede hielt Kreishandwerksmeister Thomas Hinze.     Fotos: GiebelInnungsobermeister Marc überreicht Gesellenbriefe an Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Eine Rede hielt Kreishandwerksmeister Thomas Hinze. Fotos: Giebel
  • Verkürzte Ausbildung mit sehr gutem Ergebnis: Cedric Aust lernte nach dem Abitur zunächst Maurer, will jetzt studieren.Verkürzte Ausbildung mit sehr gutem Ergebnis: Cedric Aust lernte nach dem Abitur zunächst Maurer, will jetzt studieren.
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Wunstorf/Garbsen (gi). Eltern und jungen Menschen sei über Jahrzehnte eingeredet worden, dass es ohne Abitur keine Zukunft geben könne in Deutschland. „Diesen Irrglauben geradezurücken, daran arbeiten wir unentwegt“, sagte Kreishandwerksmeister Thomas Hinze in seiner Rede bei der Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Neustadt/Burgdorf im Förderungs- und Bildungszentrum der Handwerkskammer Hannover in Garbsen. Es fange mit dem Berufsabitur an, das es nun auch in Niedersachsen gäbe. Innerhalb von drei Jahren könnten junge Leute eine vollständige Lehre machen und dann das Fachabitur. „Viele wissen gar nicht, dass es so etwas gibt“, meinte Hinze. Ein weiteres Angebot sei auch das triale Studium, das Lehre, Meisterprüfung und BWL-Studium beinhalte, mittlerweile sogar mit der Ausrichtung „Craft Design“. Wichtig sei für das Handwerk vor allem eine ganzheitliche Berufsorientierung an allen allgemeinbildenden Schulen, also auch an den Gymnasien, die Jugendlichen die Chancen und Karrierewege im Handwerk aufzeigten. „Wir sind auch dafür, dass Kinder schon in der Grundschule Werkunterricht bekommen und in weiterführenden Schulen das Fach Wirtschaft“, merkte Hinze an. Noch immer würden viele Menschen mit Handwerk im besten Sinne Tradition verbinden. Es werde an Frauen und Männer gedacht, die mit ihren Händen aus Holz, Stein, Stoff und Mehl etwas erschaffen. Das habe etwas Ursprüngliches und Althergebrachtes. Hinze habe das Gefühl, dass selbst etwas herzustellen oder zu bearbeiten Trend sei. Trotz aller Tradition würde sich das Handwerk gewaltig wandeln. Technologischer Fortschritt und Digitalisierung prägten die Gewerke. Eine Energiewende und höhere Gebäudeeffizienz ohne Heizungs- und Klima-Installateure und ein Smart Home ohne Elektroniker würde es nicht geben. „Tradition schlägt die Brücke für die Zukunft“, so Hinze. Umso mehr stelle sich die Frage nach dem Nachwuchs, weiter fehlten dem Handwerk aber junge Menschen. Hauptgeschäftsführer Peter Karst von der Handwerkskammer warb ebenfalls um junge Leute. Es stünden im Kammerbezirk noch 680 freie Plätze in 60 Berufen zur Verfügung. „Die Berufe im Handwerk sind liebens- und lebenswert“, die stellvertretende Regionspräsidentin Petra Rudszuck ist stolz auf die Qualität der Ausbildung und das duale System. Delegationen aus vielen Ländern würden sich informieren. Für die musikalische Untermalung sorgten wie immer Christiane Oltmanns und Thorsten Doll.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 2406 vom 12.02.2020