Inhalt: Abschaffung der Arbeitsmaßnahmen gefährdet soziale Infrastruktur vor Ort

Abschaffung der Arbeitsmaßnahmen gefährdet soziale Infrastruktur vor Ort

Sozialer Betrieb unter städtischem Dach möglich? Rat entscheidet im Februar

  • Günstige und nachhaltige Einkaufsmöglichkeit: Im Möbellager an der Landwehr  sind derzeit 19 AGH-Teilnehmer für die Abholung, Auslieferung und Reperaturarbeiten beschäftigt.   Foto: Gade-SchnieteGünstige und nachhaltige Einkaufsmöglichkeit: Im Möbellager an der Landwehr sind derzeit 19 AGH-Teilnehmer für die Abholung, Auslieferung und Reperaturarbeiten beschäftigt. Foto: Gade-Schniete
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Neustadt (dgs). Sie arbeiten im städtischen Möbellager, bei der Tafel, in der DRK-Kleiderkammer oder werden für Naturschutzaufgaben eingesetzt: Insgesamt 32 Langzeitarbeitslose und Menschen, die aufgrund von Krankheit oder sozialen Schwierigkeiten aktuell nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt vermittelbar sind, nehmen derzeit allein in Neustadt bei der Volkshochschule (VHS) an so genannten Arbeitsgelegenheiten (AGH) teil. Aus Wirtschaftlichkeitsgründen sollen die Maßnahmen im Sommer auslaufen. Der Arbeitskreis Soziale Arbeit spricht von „sozialer Härte“ und hat einen Forderungskatalog für Politik und Verwaltung ausgearbeitet, um die Angebote vor Ort zu erhalten.

Die zahlreichen im Arbeitskreis vertretenen Institutionen von unterschiedlichen Beratungsstellen über den Kirchenkreis bis hin zum Diakonischen Werk wollen die aktuell laufenden AGH-Maßnahmen bei der VHS mit über 50 Teilnehmer in Neustadt und Wunstorf zunächst bis März 2022 verlängern.

In den vergangenen 15 Jahren haben Teilnehmer in vierstelliger Größenordnung an verschiedenen Einsatzstellen im Stadtgebiet gearbeitet, heißt es in dem Schreiben.Viele Angebote könnten künftig nicht mehr aufrecht erhalten werden, warnen die Arbeitskreismitglieder. Sie halten die AGH-Maßnahmen für dringend erforderlich, um den sozialen Frieden und die Chancengleichheit für alle Menschen vor Ort sicherzustellen.

Der Neustädter CDU-Regionsabgeordnete Stefan Porscha hat inzwischen mitgeteilt, dass die Region Hannover laut aktuellem Beschluss mit den fünf Trägerkommunen der Volkshochschule Hannover Land einen Vorvertrag zur Beendigung der Vereinbarung über Maßnahmen der Beruflichen Bildung eingehen soll. Dieser Vorvertrag solle aber die Grundlage für weitere Gespräche sein, „um eine Lösung zu finden, die die unterschiedlichen Interessen der Trägerkommunen und der Region, aber auch die Belange der VHS möglichst in einen einvernehmlichen Ausgleich bringt“, so Porscha. Danach müssten alle einer Verlängerung der AGH-Maßnahmen schriftlich zustimmen, die Wirtschaftlichkeit werde dabei vorausgesetzt.

„Dies muss in Garbsen, Wunstorf, Burgwedel und der Wedemark noch besprochen werden, da unser Neustädter Vorstoß in der Sache doch recht kurzfristig war und leider noch nicht kommuniziert werden konnte“, erklärt Porscha.

Gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern von UWG und Bündnis 90/Die Grünen/Die Linke im Rat der Stadt will die CDU nun Anfang Januar die Barsinghäuser Beschäftigungsinitiative (BBI) besuchen. „Hier werden wir uns informieren, wie ein sozialer Betrieb unter städtischem Dach bereits seit fast 30 Jahren funktionieren kann“, kündigt Porscha an.

Die Zukunft der Volkshochschule ist auch Thema im Schulausschuss der Stadt am 16. Januar. Der Rat entscheidet in der Sache in seiner Sitzung im Februar.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 1085 vom 28.12.2019