Inhalt: Helstorf und Otternhagen verlieren Buslinien - Unmut bei betroffenen Pendlern

Helstorf und Otternhagen verlieren Buslinien - Unmut bei betroffenen Pendlern

Die Linien 460 und 490 sind im neuen Fahrplan ersatzlos gestrichen

  • Rita Stanat (li.) und Lieselotte Zimmermann am neuen Fahrplan.   Foto: MaibaumRita Stanat (li.) und Lieselotte Zimmermann am neuen Fahrplan. Foto: Maibaum
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Helstorf/Otternhagen (tma). Zum Ende des Jahres gibt es vom Busanbieter RegioBus stets neue Fahrpläne. Obwohl diese seit dem Frühjahr mir Erhebungen und Öffentlichkeitsarbeit vorbereitet wurden, gab es für viele einen Schock. Die Buslinie 490 ist wie erwartet verschwunden, doch die Linie 860 ist nicht, wie vorher angekündigt, angepasst worden.

So wird in eine Richtung nur der nördliche Teil des Dorfes abgefahren, jedoch nicht die Haltestellen südlich der Mecklenhorster Straße. „Von Neustadt aus nach Otternhagen ist das berücksichtigt worden und kein Problem“, erklärt Lieselotte Zimmermann. Ihre Freundin Rita Stanat ist in Neustadt Übungsleiterin für Funktionsgymnastik: „Wenn ich jetzt um 17 Uhr unterrichten möchte, muss ich um 15 Uhr losfahren, den Bus in die andere Richtung nehmen und in Metel eine Stunde Aufenthalt abwarten - da überlegt man natürlich, ob man das aufgibt.“ Beide Frauen sind ohne Führerschein und auf die Haltestellen in der Nähe ihrer Häuser angewiesen.

So geht das auch der Frau des Anwohners Christopher Krause. Sie fährt mit dem Bus um 6 Uhr morgens zu ihrem Arbeitgeber Volkswagen nach Hannover. Nach „gefühlten drei bis fünf Stunden“ Telefonaten habe der Otternhagener Stadt und Regio­Bus erreicht und in Erfahrung bringen können, dass die Linie „nicht schlecht dasteht“. „Wenn das dauerhaft so bleibt, müssen wir umziehen“, sagt Krause. Genau wie Zimmermann und Stanat vermutet er vergessene Anpassungen seitens des Anbieters.

„Als die Änderungen vor ein paar Monaten bekannt wurden, habe ich Einwände geäußert und Vorschläge bei Stadt und Land gemacht, die wurden aber vollkommen ignoriert“, sagt der Otternhagener Ortsbürgermeister Wilfried Schneider. „Beispielsweise fahren gerade mehrere Linien von Osterwald nach Stöcken, da hatte ich den Vorschlag gemacht, eine zu streichen, aber nichtmal eine Antwort gekriegt.“

Von einem ähnlichen Fall berichtet Ortsbürgermeisterin Silvia Luft aus Helstorf. Dort hat Regio­Bus die Linie 460 ganz gestrichen. „[...] Für unsere Dörfer im hohen Norden an der Grenze zum Heidekreis gibt es keine direkte Verbindung nach Hannover mehr“, so Luft. Auch sie habe sich schon im Sommer dazu informiert und den Beleg erhalten, dass „die geringen Fahrgastzahlen die Weiterbetreibung aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglicht macht“. Trotzdem habe sie sich zusammen mit dem Mandelsloher Ortsbürgermeister Günther Hahn in einem Schreiben für die Erhaltung eingesetzt - bisher ohne Erfolg. „Mir geht es nicht um die Erhaltung von Geisterlinien“, erklärt Luft, „aber es kann ja nicht sein, dass man nach Neustadt pendeln muss, um dann nach Hannover zu kommen.“

Sie führt an, dass mit dem Rückgang der dörflichen Infrastrukturen immer mehr Menschen darauf angewiesen seien, für tägliche Belange zu pendeln. „Auch die Flüchtlinge in der Kaserne haben keine Autos“, sagt Luft. „Eigentlich müsste man den ÖPNV sogar ausbauen und über pfiffige Alternativen nachdenken.“

RegioBus war bis Redaktionsschluss der NZ für eine Anfrage nicht zu erreichen.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 1085 vom 28.12.2019