Inhalt: Bordenau lauscht Ängsten und Hoffnungen des Kriegsendes

Bordenau lauscht Ängsten und Hoffnungen des Kriegsendes

„Unser Dorf liest“ nimmt sich 172 Texte an vier Tagen vor

  • Ingrid Schilk lässt die Stimme eines Einzelschicksals in der Lesung nicht verstummen.   Foto: MaibaumIngrid Schilk lässt die Stimme eines Einzelschicksals in der Lesung nicht verstummen. Foto: Maibaum
Bild von

Bordenau (tma). Einzelschicksale nach dem Kriegsende behandelt Autor Walter Kempowskis „Das Echolot - Abgesang ‘45 Ein kollektives Tagebuch“. Bis einschließlich Sonntag, 6. Oktober, bringt die Initiative „Unser Dorf liest“ eine Auswahl der Texte im Dorfgemeinschaftshaus von 15 bis 18 Uhr zu Gehör. Von den dramatischen Nächten der russischen Besatzung berichtet beispielsweise ein Schreiben des Musikes Erich Zimmermann. Nachts fürchtete er um seine Frau, doch drei Deserteure wollten nur Kochtöpfe ausleihen.

Dank des Umfangs von 172 Texten, die noch vor ihrem Tod von Kempowskis Witwe „abgenickt“ wurden, begannen die Lesungen schon am Donnerstag. „Das größte Lob haben wir schon bekommen“, erzählt Mitorganisator Martin Drebs, „jemand hat uns gesagt, es ist kein Zuhören, sondern ein Miterleben“. Auch die Temperatur stimme im Dorfgemeinschaftshaus: Ein Zuhörer verglich die Lesung mit einer ähnlichen Veranstaltung in der Rostocker Marienkirche - diese sei jedoch wesentlich kälter gewesen. Aus der zweiten Heimat Kempowskis konnten Werner und Gunda Jursch aus Berenbostel berichten: „Er hat bei Verwandten in Zeven immer Milch geholt.“ Zu der Zeit, in der auch „Das Echolot“ entstanden ist.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 1072 vom 28.09.2019