Inhalt: Im Kreisverkehr läuft nicht immer alles rund ...

Im Kreisverkehr läuft nicht immer alles rund ...

... die Regeln sind aber einfach

  • Kreisverkehr: eigentlich eine klare Sache - mit kleinen Tücken.     Foto: SeitzKreisverkehr: eigentlich eine klare Sache - mit kleinen Tücken. Foto: Seitz
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„VERKEHRt - von kleinen Königen und großen Irrtümern“ - in dieser Serie von Stadtverwaltung, Polizei und Neustädter Zeitung werden immer samstags grundsätzliche Verkehrsthemen behandelt, die aber nicht immer jedem klar sein dürften. Da es auch um konkrete „Problemfälle“ gehen soll, werden Anregungen gern unter dem Stichwort „VERKEHRt“ per E-Mail an redaktion@neustaedter-zeitung.de entgegengenommen.

Der Kreisverkehr an der Mecklenhorster Straße ist einer der meist befahrenen Kreuzungsbereiche des gesamten Neustädter Landes. Rund 13.000 Fahrzeuge queren täglich den an der Zufahrt zum Gewerbegebiet Ost gelegenen Knotenpunkt. Doch wie verhält man sich in einem so genannten „Kreisel“ eigentlich richtig? Wer hat Vorfahrt und wann muss ich blinken? Für Kreisverkehre gelten gemäß Straßenverkehrsordnung (StVO) besondere Regeln: In Deutschland darf nur nach rechts in einen Kreisverkehr eingefahren werden. Die bereits im Kreisel fahrenden Fahrzeuge haben Vorfahrt. Das folgt aus der obligatorischen Vorfahrtsbeschilderung an allen Zufahrten.

Doch schon bei der Einfahrt in den Kreisverkehr begehen nicht wenige Fahrzeugführer einen Fehler, indem sie unerlaubterweise den Blinker setzen und dadurch das Unfallrisiko erhöhen. Ein Beispiel: Ein aus Richtung Innenstadt

kommender Autofahrer möchte durch den Kreisverkehr an der Mecklenhorster Straße in Richtung Otternhagen fahren. Bei der Einfahrt in den Kreisel setzt er den Blinker. Dies kann ein aus Richtung Bordenau/B6 kommender Fahrzeugführer so interpretieren, dass er ungehindert in den Kreisverkehr einfahren kann, weil das blinkende Fahrzeug in Richtung Bordenau/B6 aus dem Kreisel ausfahren möchte. Ein Unfall ist vorprogrammiert. Die Regelung macht also Sinn und sollte beachtet werden.

Anders verhält es sich bei der Ausfahrt: Wer einen Kreisverkehr verlässt, muss dies zwingend durch den Blinker anzeigen, weil das Verlassen eines Kreisels wie das Rechtsabbiegen bewertet wird. Entsprechend ist dabei gemäß Paragraph 9, Absatz 3 StVO besonders auf querende Radfahrer und Fußgänger zu achten und diesen Vorrang einzuräumen. Das gilt auch, wenn am jeweiligen Kreisel - wie bei den beiden im Gewerbegebiet Ost - kein Fußgängerüberweg (Zebrastreifen) angelegt ist.

Wer sich nicht an die Regeln der StVO hält, muss mit einem Verwarn- oder Bußgeld rechnen. Das Einfahren in einen Kreisel mit gesetztem Blinker würde mit zehn Euro Verwarngeld geahndet. Die gleiche Strafe droht beim Verlassen

des Kreisverkehrs ohne zu blinken. Kontrollen an den Neustädter Kreiseln dürften zwar einiges einbringen, die Häufigkeit tendiert aber gegen Null.

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist, dass das Halten und Parken von Fahrzeugen in Kreisverkehren verboten ist. Weder auf der Fahrbahn noch auf der Mittelinsel dürfen Autos abgestellt werden. In Neustadt sorgt das Missachten dieser Regelung vor allem am Kreisel an der Straße Ahnsförth immer wieder für Probleme, wenn dort so genannte

„Elterntaxis“ zur Bring- und Abholzeit der Michael-Ende Schule ihre Fahrzeuge im Kreisverkehr abstellen. Die Stadtverwaltung kontrolliert das dortige Verkehrsverhalten derzeit regelmäßig. Wer im Kreisverkehr hält, muss mit

mindestens zehn Euro Verwarngeld rechnen. Parken kann bis zu 35 Euro kosten.

Allgemeines: Gleichmäßiger Verkehrsfluss, geringere Wartezeiten und verminderte Lärmemission - grundsätzlich haben Kreisverkehre gegenüber ampelgeregelten Kreuzungen diverse Vorteile. Bis zu 15.000 querende Fahrzeuge

können in einem standardisierten Kreisverkehr in der Regel problemlos abgewickelt werden. Weit mehr, als an einer „konventionellen“ Kreuzung.

„Nicht zielführend sind Kreisverkehre indes an viel befahrenen Kreuzungsbereichen und an Kreuzungen mit hoher Fußgänger- und Radfahrerdichte. Dort ist eine Ampelregelung für alle Verkehrsteilnehmer sicherer und auch für den Verkehrsfluss besser“, sagt Neustadts Verkehrskoordinator Benjamin Gleue. Gleiches gilt, wenn eine Verkehrsachse deutlich dominant ist. Bei stark unterschiedlichen Einfahrströmen kommt es in Kreiseln zu langen Wartezeiten in den schwächer befahrenen Nebenstraßen. Voraussetzung für jeden Kreisverkehr ist, dass am jeweiligen Kreuzungsbereich ausreichend Platz für den Bau vorhanden ist. In gewachsenen Innenstadtbereichen gestaltet sich dies aufgrund der umliegenden dichten Bebauung nicht selten schwierig.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 1069 vom 07.09.2019