Inhalt: Brandserie hält Feuerwehr und Polizei in Atem

Brandserie hält Feuerwehr und Polizei in Atem

LKW, Holzpaletten, Rundballen und Autos brennen

  • Am Gr0ßen Weg brannte in der Nacht zu Samstag der erste von zwei LKW.   Foto: SeitzAm Gr0ßen Weg brannte in der Nacht zu Samstag der erste von zwei LKW. Foto: Seitz
  • Wenig später musste die Feuerwehr auch an der Amelie-Ubbelohde-Straße einen Lastwagen löschen.   Foto: SeitzWenig später musste die Feuerwehr auch an der Amelie-Ubbelohde-Straße einen Lastwagen löschen. Foto: Seitz
  • Bei ASB-Humus gingen in der Nacht zu Sonntag hunderte Paletten in Flammen auf.   Foto: SeitzBei ASB-Humus gingen in der Nacht zu Sonntag hunderte Paletten in Flammen auf. Foto: Seitz
  • Rund 270 Rundballen brannten gegen 2.40 Uhr am Sonntag in Bordenau an der Ricklinger Straße.Rund 270 Rundballen brannten gegen 2.40 Uhr am Sonntag in Bordenau an der Ricklinger Straße.
  • Die Löscharbeiten waren schwieirg und dauerten bis gegen 7 Uhr am Sonntag an.Die Löscharbeiten waren schwieirg und dauerten bis gegen 7 Uhr am Sonntag an.
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Neustadt/Bordenau/Poggenhagen (os). An Zufall glaubt da wohl niemand mehr: Eine Brandserie hat in den Nächten zu Samstag und Sonntag für reichlich Beschäftigung bei Feuerwehren und Polizei gesorgt. Gleich sieben Mal mussten die Brandschützer ausrücken. Insgesamt waren mehr als 120 Feuerwehrleute nur bei diesen Einsätzen gebunden. Die Feuerwehr Hagen hatte in der Nacht zu Sonntag vorsorglich das Feuerwehrhaus in Neustadt besetzt, falls weitere Alarmierungen gefolgt wären.

Der erste Einsatz führte die Feuerwehr Poggenhagen um 23.35 Uhr an die Dewitz-von-Woyna-Straße, wo eine Sitzbank brannte. Nur rund 30 Minuten später wurde die Kernstadt-Feuerwehr zum Großen Weg alarmiert. Ein 21-Jähriger hatte entdeckt, dass eine MAN-Zugmaschine, die vor dem ehemaligen Möbelhaus abgestellt war, in Flammen stand. Noch während der dortigen Löscharbeiten hörten die Einsatzkräfte, aber auch zahlreiche Bewohner der Kernstadt, gegen 0.50 Uhr ein explosionsartiges Geräusch. Das Fahrerhaus eines weiteren Lastwagens, eines Mercedes mit Kranaufbau, brannte an der Amelie-Ubbelohde-Straße. Beide Feuer hatten die Brandschützer zügig unter Kontrolle, die Fahrzeuge brannten aber völlig aus. Den Schaden schätzt die Polizei auf mindestens 150.000 Euro. Genauere Erkenntnisse zur Brandursache sollen Untersuchungen des Fachkommissariats Anfang der Woche bringen.

Am frühen Sonntag gegen 1 Uhr musste die Feuerwehr Neustadt dann zum Werksgelände der ASB Humus ausrücken. Auf dem Freigelände abgestellte Holzpaletten und Gebinde mit Pinienrinde brannten lichterloh. Die Einsatzkräfte, zwischenzeitlich verstärkt durch die Feuerwehr Mardorf konnten den Brand bald unter Kontrolle bringen, setzten dazu auch Netzmittel ein. Insgesamt dauerten die Löscharbeiten dort bis gegen 5 Uhr. Wie hoch der Schaden ist, konnte noch nicht mitgeteilt werden.

Gegen 2.40 Uhr dann die nächste Feuermeldung: In Bordenau brannte eine Miete mit rund 270 Rundballen an der Ricklinger Straße nahe der Tannenschonung in voller Ausdehnung. Die Ortsfeuerwehr bekam Verstärkung aus Otternhagen, Neustadt und Basse, die Löscharbeiten zogen sich trotzdem über Stunden bis gegen 7 Uhr hin. Eine Schadenshöhe steht dafür noch nicht fest.

Zum letzten Einsatz der Nacht wurde gegen 4.10 Uhr alarmiert. Beim Autoverwertungshof Deneke an der Moordorfer Straße in Poggenhagen war ein Golf in Brand geraten und völlig zerstört worden. Die Feuerwehren Poggenhagen, Neustadt und Mardorf konnten die Flammen zügig löschen, trotzdem wurden sechs weitere Fahrzeuge durch die Hitzeentwicklung beschädigt. Den Schaden beziffern die Ermittler auf rund 35.000 Euro.

Bereits am Sonntagvormittag mussten Feuerwehrleute noch einmal an die Ricklinger Straße ausrücken, Reste der Strohballen waren erneut entflammt.

Auch die weiteren Einsatzorte werden zu Wochenbeginn von Beamten des Kommissariats für Brandermittlungen untersucht. Zeugen zu allen Fällen werden gebeten, sich an den Kriminaldauerdienst der Polizeidirektion Hannover, Telefon 0511/109-5555, zu wenden.

Feuerwehrsprecher Florian Hake betonte, dass die Einsätze deutlich an die Substanz der freiwilligen Rettungskräfte gingen. "Das reicht dann auch, denn das "Alltagsgeschäft" lässt ja nicht nach", so der Feuerwehrmann. "Nebenbei" musste die Kernstadt-Feuerwehr am Samstag auch noch einen auf ein Garagdach gestürzten Mann mit der Drehleiter retten und am Sonntagmorgen ein hilflose Person aus einer Wohnung an der Mittelstraße befreien.

In der Nacht zu Samstag hatten die Feuerwehren Neustadt und Eilvese zudem ein vermeintliches Unfallopfer nach dem Zusammenstoß eines Motorrades und eines Güterzuges am Bahnübergang Himmelreich vergeblich gesucht. Das Motorrad war gestoheln, der fahrer offentsichtlich geflohen.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 2382 vom 14.08.2019