Inhalt: Ratten tummeln sich ungeniert im Erichspark - auch tagsüber

Ratten tummeln sich ungeniert im Erichspark - auch tagsüber

Nager sind durch Müll und Entenfutter bestens versorgt

  • Eine Ratte macht sich auf den Weg in den Mülleimer am Fußweg durch den Erichspark.   Foto: SeitzEine Ratte macht sich auf den Weg in den Mülleimer am Fußweg durch den Erichspark. Foto: Seitz
  • Angesichts von vielen Essensresten und Müll (kleines Foto) muss sich niemand über die Nager wundern.    Foto: SeitzAngesichts von vielen Essensresten und Müll (kleines Foto) muss sich niemand über die Nager wundern. Foto: Seitz
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Neustadt (os). „Der schöne Schein trügt, Ratten fühlen sich hier außerordentlich wohl und ziehen wohl nahezu ungestört ihren Nachwuchs groß“, schreibt Kathia Melcher. Die Anwohnerin des Erichsparks ist mit dieser Meinung nicht allein. Auf der Fotojagd nach den Nagern gab es keine langen Wartezeiten, wohl aber gleich mehrere Anwohner, die von Ratten im Park berichten. Dankwart Müller, ehemaliger Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der direkt neben der Parkanlage wohnt, sieht eine Ursache in der Verrohrung des alten Landwehrgrabens, der an dieser Stelle verlief. Darin fühlen sich die Nager nach seiner Ansicht wohl. Menschen, die Enten füttern, Essenreste nach Picknicken liegen lassen oder stumpf ihren Hausmüll dort entsorgen, bereiten den Tieren zudem ein wahres Schlaraffenland.

„Ratten laufen natürlich auch durch die angrenzenden Gärten“, sagt er. Anderen Anwohnern wurde schon Deko auf den Terrassen angefressen. „Na, suchen Sie Ratten?“, fragt auch eine Neustädterin, die mit ihrem Hund durch den Park kommt. Nach ihrer Aussage sieht sie bei sechs von zehn Mal, die sie durch den Erichspark geht, tagsüber die Nager an Büschen oder Müllkörben. Auch auf Spielgeräten des integrierten Spielplatzes und auf Bäumen sind die Tiere schon gesehen worden.

Müller hat den Zustand seinen „alten“ Kollegen gemeldet, „die wollten der Sache nachgehen“, sagt er. Das passiert nach Aussage von Stadtsprecherin Pamela Klages ohnehin regelmäßig. „Die Papierkörbe werden dort häufiger geleert als anderswo, die Rattenköder in den erlaubten Abständen ausgelegt, zuletzt am vergangenen Mittwoch“, sagt sie. Dauerhaft sei das nicht gestattet, um Resistenzen, die bei Ratten nachgewiesen wurden, zu verhindern. Nach ihren Worten wurde auch schon ein radikaler Rückschnitt der Büsche im Herbst ins Auge gefasst. Von einer Rattenplage will sie hingegen nichts wissen. „Davon spricht man erst, wenn auf einen Einwohner mindestens sieben Ratten kommen“, so Klages. Auch ohne eine Kenntnis der genauen Population geht die Verwaltung nicht von solchen Zahlen aus. Experten schätzen trotzdem, dass auf eine sichtbare Ratte bis zu 15 Exemplare kommen, die nicht zu sehen sind.

Wanderratten ziehen im Schnitt vier bis acht Junge pro Wurf auf, meist mehrfach im Jahr. Nach etwa vier Monaten sind die jungen Ratten selbst geschlechtsreif.

Die Tiere übertragen diverse Krankheiten, viele Erreger auch über ihre Ausscheidungen. Experten raten deshalb vor allem, auch Haustiere regelmäßig gegen Parasiten zu schützen, um Übertragungen in den eigenen Haushalt - besonders auf Kinder - zu vermeiden.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 2381 vom 07.08.2019