Inhalt: Lagerleben live: Mehr als 700 Kinder tauschen kuscheliges Bett zu Hause gegen Schlafsack ein

Lagerleben live: Mehr als 700 Kinder tauschen kuscheliges Bett zu Hause gegen Schlafsack ein

  • Currywurst und Pommes gehen immer.Fotos: Gade-SchnieteCurrywurst und Pommes gehen immer.Fotos: Gade-Schniete
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Neustadt/Suttorf (dgs). Kühl ist es an diesem Morgen in der Zeltstadt gegenüber dem Suttorfer Sportplatz. „Heute Nacht hatten wir nur elf Grad“, fröstelt Laura und zieht ihre Feuerwehrjacke enger um die Schultern. Die Wulfelader Jugendfeuerwehr hat sich eingerichtet im Abschnittslager der Jugend- und Kinderfeuerwehren. Über 700 Kinder und Jugendliche und mehr als 300 Betreuer aus Neustadt, Wunstorf und Garbsen haben hier ihre Zelte aufgeschlagen. Neben Schlaf- und Versorgungszelten gehört für die Wulfelader auch der obligatorische Fahnenmast mit einem blinkenden Blaulicht auf der Spitze dazu. „Da weiß jeder von uns, wo er hin muss“, erklärt Betreuer Calvin schmunzelnd. Dieses Mal haben sie sogar zwei Jugendliche aus Kanada mitgebracht, die gerade in Wulfelade zu Besuch sind. „Bei uns ist jetzt elektronikfreie Zone“, sagt Calvin. Statt auf dem Handy herumzutippen, spielen die Jugendlichen Karten oder Wikinger-Schach. „Haben wir uns selbst gebaut“, berichtet Laura.

Ryan hat es sich noch einmal auf seinem Feldbett gemütlich gemacht. Die erste Nacht war kurz. Er war schon um 5.30 Uhr wach. Vor den Duschen und Toiletten heißt es dann anstehen, erst recht, wenn um 7 Uhr das offizielle Wecken ist - dann spielt das Meerradio über die Lautsprecheranlage wie gewünscht ACDC. Ab 8 Uhr kann gefrühstückt werden. Auch das eine logistische Meisterleistung: Rund 800 Brötchen gehen jeden Morgen über den Tresen, dazu Aufschnitt, Käse und natürlich Nutella.

Im Küchenzelt steht Ingo Kussmann zusammen mit Jens Adamskie an zwei Riesenpfannen mit Pommes für das Mittagessen. Rund 150 Kilo müssen es sein, dazu gibt es natürlich Currywurst. Dabei ist Kussmann kein Koch-Profi. „Ich mach das nicht alle Tage“, erklärt der gelernte Medizintechniker - aber offensichtlich gern. Auch Rainer Dudenbostel, langjähriger Chef der KGS-Mensa, gehört seit seiner Pensionierung zum Küchenteam. Und natürlich Manfred Dangers, der die Versorgung kalkuliert.

Derweil gehen bei den Hauptorganisatoren Jörn Engel und Bernd Dahle die ersten Informationen zum Besuchertag am heutigen Mittwoch ein. Dann dürfen Eltern oder Großeltern im Zeltlager vorbeischauen. „Früher kam es schon mal vor, dass Mütter Lieblingsspeisen für den Sprössling vorbei brachten, weil „der doch sonst eine Woche lang nichts isst“, erinnert sich Dahle. Da wollten die Organisatoren einen Riegel vorschieben.

Dabei sind erstmals auch Kinderfeuerwehren bei diesem Abschnittszeltlager vertreten. Aber auch mit der Altersklasse zwischen sechs und neun Jahren läuft alles gut. „Die sind so neugierig und können sich noch so richtig freuen“, berichtet Engel, Abschnittsleiter der Feuerwehren Neustadt, Wunstorf und Garbsen. Und wenn dann doch einmal den einen oder anderen die Sehnsucht nach zu Hause überkommt, haben die Betreuer auch ein paar „Heimweh-Tropfen“ im Gepäck - und alles ist wieder gut.

Für die Kinderfeuerwehren ist nach drei Tagen mit Nachtmarsch und Spiel ohne Grenzen Schluss, am Sonntag Nachmittag haben sie die Zelte den Jugendlichen überlassen, die nun noch eine Woche lang das Lagerleben genießen können.

Gleich am ersten Morgen steht der Orientierungsmarsch an. Die Jugendlichen aus Esperke studieren zuerst den Aufgabenkatalog, bevor es auf die neun Kilometer lange Strecke geht. Und sportlich geht es weiter mit Frisbee und Völkerball. Aber auch die „Jugendflamme“ kann der Nachwuchs im Zeltlager absolvieren und damit seine Kenntnisse im Feuerwehrwesen unter Beweis stellen. Obligatorische Talentshows am Abend fehlen ebenfalls nicht - unter dem Motto „Das Supertalent“ oder „Schlag die Lagerleistung“. Und gesucht wird auch der „TFA - Toughest Firefighter Alive“....

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 2376 vom 03.07.2019