Inhalt: Jubel in Schneeren: Containeranlage soll Bedarf an Betreuungsplätzen auffangen

Jubel in Schneeren: Containeranlage soll Bedarf an Betreuungsplätzen auffangen

  • Eltern aus Schneeren freuen sich über die Entscheidung des Rates.Foto: Gade-SchnieteEltern aus Schneeren freuen sich über die Entscheidung des Rates.Foto: Gade-Schniete
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Neustadt/Schneeren (dgs). Jubel im Ratssaal: Mit großer Mehrheit beschlossen die Politiker die Aufstellung von Containern für eine dreigruppige Kindertagesstätte in Schneeren. „Wir sind sehr erleichtert“, erklärte Simone Struckmann-Hegewald im Anschluss. Bis zuletzt hatte die Eltern die Politiker mit Bedarfszahlen bombadiert. Danach stehen in Schneeren aktuell 19 Kinder auf der Warteliste für einen Krippen- oder Kitaplatz. Die Stadtverwaltung wird nun umgehend mit den Planungen beginnen. Mit einer Betriebnahme sei allerdings nicht vor Februar 2020 zu rechnen, heißt es in der Drucksache. „Wasser in den Wein“ musste allerdings Bürgermeister Uwe Sternbeck gießen, der dagegen votierte. Er habe nichts gegen Schneeren, betonte Sternbeck, aber durch diese Entscheidung würden möglicherweise andere dringende Projekte nach hinten verschoben werden müssen.

Neben Schneeren hatten auch die Ortsräte Helstorf, Mardorf und Poggenhagen Initiativanträge zur Erweiterung ihrer Kindertagesstätten gestellt. Besonders akut stellte sich für den Rat der Bedarf in Schneeren dar. „Wir haben damit nicht gerechnet“, betonte Ortsbürgermeister Stefan Porscha. Die Stadt habe zwar ein Betreuungskonzept aufgestellt, erklärte SPD-Ratsfrau Christina Schlicker, aber darin sei der Bedarf in Schneeren gar nicht enthalten, musste sie zugeben. Nach Ansicht der SPD könnten weder die Einrichtungen in Mardorf noch in Eilvese ausreichend Plätze bereitstellen.

Für die CDU verschob Ratsherr Björn Niemeyer den Mardorfer Initiativantrag in die nächsten Haushaltsberatungen. Schneeren sei jetzt „akuter“, lautete seine Begründung. Durch weiteres Bauland und die Ansiedlung von bis zu 120 neuen Arbeitsplätzen komme in Mardorf eher keine „schnelle Lösung“ in Frage.

Bürgermeister Uwe Sternbeck begründete seine ablehnende Haltung gegenüber der Schneerener Containerlösung auch mit dem fehlenden Betreuungspersonal. Es gebe mittlerweile neue Einrichtungen in Deutschland, die nicht eröffnet werden könnten, weil das Personal fehle.

Auch de Verwaltung stoße mit der Planung der Containeranlage personell an ihre Grenzen. Geplante Projekte wie die Feuwehrgerätehäuser in Dudensen oder Otternhagen oder die Mensa in Mandelsloh würden sich dadurch möglicherweise nach hinten verschieben, befürchtete der Bürgermeister.

Sein Amtsnachfolger Dominic Herbst sprach sich als Noch-Sprecher der Fraktion Grüne/Linke für die schnelle Lösung in Schneeren aus. Er wisse allerdings nicht, ob er das so entscheiden würde, wenn er ab 1. November im Amt des Bürgermeisters sei, erklärte Herbst.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 1060 vom 06.07.2019