Inhalt: Landunter in vielen Kellern und an der Landwehr-Unterführung

Landunter in vielen Kellern und an der Landwehr-Unterführung

Stadt: Besitzer müssen für Rücklaufsicherung sorgen

  • Gleich zwei Autofahrer erwischte es kalt - vor allem nass - beim Durchfahren der überfluteten Landwehrunterführung. Die Fahrzeuge blieben liegen und mussten abgeschleppt werden. Foto: SeitzGleich zwei Autofahrer erwischte es kalt - vor allem nass - beim Durchfahren der überfluteten Landwehrunterführung. Die Fahrzeuge blieben liegen und mussten abgeschleppt werden. Foto: Seitz
Bild von

Neustadt (os). Mit 28 Litern innerhalb von etwas mehr als 30 Minuten - gemessen am Klärwerk in Empede - hatte ein Starkregenguss vor allem die Kernstadt am Montagabend kalt erwischt.

Zahlreiche Keller und Garagen sowie die Unterführung der Landwehr liefen voll. Dort mussten sogar zwei Autos mit ihren Insassen von der Feuerwehr gerettet werden.

Weil immer mehr Einsatzstellen gemeldet wurden, ließ der Einsatzleiter Jan-René Stoever zusätzlich die Feuerwehren Empede, Mariensee und Eilvese nachalarmieren. Rund 90 Feuerwehrleute waren bis 22.30 Uhr im Einsatz, konnten dann nach und nach einrücken. Parallel musste noch die Ortsfeuerwehr Metel zu einem umgestürzten Baum in Metel ausrücken.

Das Unwetter war in diesem Ausmaß nicht vorhergesagt, ab zu erwartender Regenmengen von mehr als 25 Litern pro Quadratmeter und Stunde gibt der Deutsche Wetterdienst sonst eine Unwetterwarnung heraus.

Am Dienstag formierte sich schnell Unmut über angeblich versagende „Pumpen der Stadtwerke“. Die haben damit allerdings nichts zu tun. Das Kanalnetz ist in der Hand des Abwasserbehandlungsbetriebs Neustadt (ABN), angesiedelt bei der Stadtverwaltung. Im Regenwasserkanalnetz gibt es keine Pumpen, ausgenommen an einigen wenigen kritischen Stellen wie an der Landwehr-Unterführung. Dass die mit Wassermassen dieser Ausmaße aber nicht fertig werden, ist nicht neu. Erschwerend kommt hinzu, dass auch vom ZOB jede Menge Regenwasser in die Unterführung abfließt.

Die vielen voll gelaufenen Keller bedauert Stadtsprecherin Nadine Schley, hält aber auch fest: „Grundsätzlich sind die Hausbesitzer für die Rückstausicherung verantwortlich.“ Vor allem bei Räumen unterhalb des Kanalniveaus sowie häufig zu beobachtenden Fehlern an Lichtschächten und Anschlüssen besteht nach Erfahrungen der ABN-Profis hohe Gefahr.

Ob das auch für den Bereich Wilhelm-Henze-Weg gilt, ist noch nicht klar. Dort waren erneut Keller voll gelaufen. „Die Feuerwehr hat uns gesagt, da stimme wohl etwas mit einem Gulli nicht“, so Anwohnerin Christina von Randow. Bis Redaktionsschluss ließ sich das nicht klären.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 2372 vom 05.06.2019