Inhalt: Bürgermeisterwahl: Schlicker und Herbst schaffen es in die Stichwahl

Bürgermeisterwahl: Schlicker und Herbst schaffen es in die Stichwahl

Entscheidung auf Stichwahl am 16. Juni vertagt

  • SPD-Ortsvereinschefin Wiebke Osigus (vorn, v.li.) gratulierte Christina Schlicker auch vor Auszählung der letzten Briefwahlbezirke schon mit Blumen.SPD-Ortsvereinschefin Wiebke Osigus (vorn, v.li.) gratulierte Christina Schlicker auch vor Auszählung der letzten Briefwahlbezirke schon mit Blumen.
  • Auch bei den Grünen gab es Jubel für das Ergebnis ihres Kandidaten Dominic Herbst (3.v.re.).   Fotos: SeitzAuch bei den Grünen gab es Jubel für das Ergebnis ihres Kandidaten Dominic Herbst (3.v.re.). Fotos: Seitz
  • So wählte das Neustädter Land bei der Bürgermeisterwahl.So wählte das Neustädter Land bei der Bürgermeisterwahl.
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Neustadt (os). Eine erste Auswahl haben die Wahlberechtigten im Neustädter Land getroffen: Aus sieben Kandidaten, die als Bürgermeister auf Uwe Sternbeck folgen wollten, sind mit Christina Schlicker (SPD) und Dominic Herbst (Grüne) noch zwei übrige geblieben. Für die endgültige Entscheidung sind gut 36.000 Neustädter am Sonntag, 16. Juni, noch einmal zum Urnengang aufgerufen.

Dann reicht die einfache Mehrheit. Ob es ähnlich knapp wird wie bei Sternbecks erster Wahl 2004? Der hatte gegen sein Konkurrentin Astrid Waldt mit gerade vier Stimmen Vorsprung gewonnen. Schlicker (6.126) und Herbst (5.818) liegen 308 Stimmen auseinander. Alles dürfte davon abhängen, wie sich die Wähler entscheiden, die bisher für einen der anderen Kandidaten votiert hatten - allen voran die CDU-Wähler.

Pressemitteilung!!

Während sich die Auszählung der beiden letzten Briefwahlbezirke am Sonntagabend noch hinzog, gab es bei der SPD schon Blumen für Christina Schlicker. „Da geht nichts mehr schief“, sagte Klaus Hendrian überzeugt - und behielt Recht.

Die Stimmung bei der Wahlpartie der Grünen war ebenfalls gut. Der Vorsprung für Dominic Herbst vor Stefan Porscha schien ebenfalls ausreichend, doch Herbst selbst blieb „lange vorsichtig“, auch wenn Parteifreund Godehard Kass sich rechnerisch längst sicher war.

Der Grünen-Kandidat wird bis zur Stichwahl weiter intensiv den Kontakt zu Neustädtern suchen. „Ich werde Bürgersprechstunden anbieten, um besonders auch von den Bewohnern der Dörfer zu erfahren, was sie bewegt“, kündigt er nach erster Analyse unter anderem Haustürbesuche an.

Auch die Sozialdemokratin hatte noch am Sonntag klar gemacht, bis zur Entscheidung „weiter Vollgas“ zu geben und ihren Kurs fortzusetzen.

Neustädter Zeitung, Meer Radio und HAZ Neustadt werden vor der Wahl noch eine weitere Gesprächsrunde anbieten, der Termin folgt kurzfristig.

Bei den Christdemokraten war die Stimmung - erwartungsgemäß - gedämpft. Stefan Porscha wollte zwar vor dem Auszählungsende noch nicht aufgeben, als die Ergebnisse dann schließlich vorlagen, ergriff er umgehend das Wort. „Ich bin etwas enttäuscht, dass es nicht geklappt hat. Wir haben in der Kernstadt verloren“, stand seine Analyse schnell fest. Ohne den Namen Jürgen Stach zu nennen, machte er diese Niederlage auch an der Kandidatur „eines ehemaligen CDU-Mitglieds“ und Unterstützung für dieses durch weitere Mitglieder fest.

Stach hatte mit 10,9 Prozent im gesamten Stadtgebiet einen Achtungserfolg erzielt, wurde viertbester Kandidat. Vor allem in der Kernstadt (15,4 Prozent) holte er viele Stimmen - und kostete sie sehr sicher Porscha.

CDU-Stadtchefin Silvia Luft wollte von nachträglicher Kritik an ihrem Kandidaten allerdings nichts hören. „Wir haben uns für Stefan entschieden und müssen da jetzt durch.“ Porschas Gegenkandidat Hergen Scheve hatte bei der Nominierung von einem Graben zwischen Kernstadt und Dörfern gesprochen. Das hatte Rats-Fraktionssprecher Sebastian Lechner zurückgewiesen, das Wahlergebnis spricht allerdings eine andere Sprache. Lechner tröstete sich und seine Parteifreunde dagegen mit dem „sehr guten Europawahlergebnis über dem Landestrend“.

Eine Empfehlung für die Stichwahl gab es von der CDU bisher nicht, darüber wird laut Lechner aber beraten.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 1054 vom 25.05.2019