Inhalt: Land unter wegen geschlossener Schotten?

Land unter wegen geschlossener Schotten?

Kritik an Region und Mühlenbetreiber in Sachen Stromturbinen

  • Matthias Rabe, Uwe Völkers, Willi Ostermann und Heinz Günter Sala sind unzufrieden mit der Situation an der Ecksteinmühle, zwei von drei Sperrschieber (kleines Foto) sind dort geschlossen. Fotos: SeitzMatthias Rabe, Uwe Völkers, Willi Ostermann und Heinz Günter Sala sind unzufrieden mit der Situation an der Ecksteinmühle, zwei von drei Sperrschieber (kleines Foto) sind dort geschlossen. Fotos: Seitz
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Neustadt (os). Gegen die Stromerzeugung durch Wasserkraft haben sie nichts - im Gegenteil. Was aber seit Jahren - speziell in den vergangenen Monaten - an der Ecksteinmühle passiert, erregt bei Aktivisten aus Ortsrat und Bürgerinitiative Hochwasserschutz sehr. „Die Turbinen stehen über Monate still und der Wasserdurchfluss ist nicht, wie in der Genehmigung gegeben“, sagt Uwe Völkers von der BI. „Das Erste, was vollläuft, sind die Regenwasserabflüsse an der Leutnantswiese und für den Silbernkamp“, kritisiert er die Tatsache, dass die Sperrschieber vor beiden Turbinen geschlossen sind und sich dadurch das Wasser deutlich zurückstaut. „Dadurch setzen sich die Abflüsse auch mit Sand und Schlamm zu und müssen aufwendig gereinigt werden“, ergänzt Matthias Rabe vom Ortsrat.

Grundsätzliche Unzufriedenheit gibt es auch mit der wasserrechtlichen Genehmigung der Region. Die sollte 2017 neu gefasst werden, weil es in der Version von 1999 „Unstimmigkeiten“ gab, wie es in der Begründung hieß. Fachbereichsleiter Jörg Homeier hatte in der jüngsten Ratssitzung berichtet, die Verwaltung sei „irritiert“ von der vorliegenden Fassung. „Das aktuelle Schreiben stellt einen Rückschritt zu den städtischen Forderungen und dem Entwurf der Region aus dem Jahr 2015 dar“, sagte er dem Gremium. Die Verwaltung will „den Sachverhalt aufarbeiten, gegebenenfalls rechtliche Schritte prüfen und anschließend die Gremien informieren“.

Strittig sind vor allem die Stauhöhen. Zwischen dem Wert im Genehmigungsentwurf und der Forderung der Stadt liegt ein halber Meter Differenz. BI-Mitstreiter Willi Ostermann wäre es in der aktuellen Lage mit gestiegenem Pegelstand schon lieb, wenn der in der Genehmigung festgelegte Durchfluss gewährleistet würde. Für jede Turbine sind das jeweils acht Kubikmeter je Sekunde, weitere vier sollen am seitlichen Durchfluss passieren können. Nur Letztgenannter ist aktuell aber geöffnet. Darüber hat Rabe am Montag die Stadt informiert, die wollte umgehend die Region in Kenntnis setzen. „Es kann aber nicht sein, dass dieser Hinweis von Bürgern kommen muss“, kritisieren die Aktivisten.

Nach Darstellung von Stadtsprecherin Pamela Klages kontrollieren ABN-Mitarbeiter die Örtlichkeit auch selbstständig. „Der Pegel an der Suttorfer Straße ist als Anhaltspunkt für einen Kontrollbesuch aber nur bedingt geeignet, deshalb hat die Stadt gegenüber der Region bereits eine Messeinrichtung direkt an der Mühle gefordert“, bisher aber ohne Erfolg. „Wir haben nur wenig Handhabe, da die Region Genehmigungsbehörde ist - und das weiß der Mühlenbesitzer offenbar auch“, sagt Klages.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 2360 vom 13.03.2019