Inhalt: SuedLink: Tennet erläutert Vorhaben

SuedLink: Tennet erläutert Vorhaben

Rund 200 Zuschauer verfolgen Infoveranstaltung

  • Stellen Fragen und geben Statements ab: Zuhörer beteiligen sich an der Diskussion. Fotos: TautenhahnStellen Fragen und geben Statements ab: Zuhörer beteiligen sich an der Diskussion. Fotos: Tautenhahn
  • Elisabeth Benecke stellt das Verfahren zum Projekt SuedLink vor.Elisabeth Benecke stellt das Verfahren zum Projekt SuedLink vor.
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Neustadt (tau). Der Bau des SuedLinks sorgt weiterhin für Diskussionen. Die Entscheidung des Vorhabenträgers Tennet, das Erdkabel nicht mehr im Osten um Hannover herum zu verlegen, sondern im Westen und damit auch über Neustädter Gebiet, hatte für reichlich Kritik gesorgt. Auf einer Informationsveranstaltung am Mittwochabend stellte das Unternehmen vor rund 200 Zuhörern die Beweggründe und den weiteren Ablauf des Verfahrens vor.

Ein wesentlicher Grund für den Vorzug der westlichen Variante liegt in den sogenannten Realisierungshemmnissen. Davon gibt es im Osten 48 und im Westen nur 31. Das war im ersten Durchlauf noch nicht so deutlich absehbar, da anhand von zunächst 40 Kriterien eine Realisierung geprüft worden war. Bei der anschließenden intensiveren Betrachtung beider Vorschlagskorridore lagen dann schon 150 Kriterien zu Grunde.

Die detailliertere Untersuchung befasste sich unter anderem mit Deckschichten oder der genauen Erdbeschaffenheit, aber auch mit Schutzgebieten, die durchquert werden müssen. Das ist im Osten viel schwieriger möglich als im Westen, so Elisabeth Benecke, die sich um die Bürgerbeteiligung bei Tennet kümmert. Im westlichen Vorschlagskorridor seien unterm Strich weniger Eingriffe notwendig. Natur- und Waldschutzgebiete können hier größtenteils umgangen werden oder sind allenfalls in Randbereichen betroffen. Erforderlich ist jedenfalls eine Querung der Leine zwischen Wulfelade und Averhoy.

Außerdem wäre die Variante über Neustädter Gebiet um sechs Prozent wirtschaftlicher sowie um 15 Kilometer kürzer als eine Trasse im Osten. Anhand von Detailkarten stellten die Referenten den Verlauf des etwa 1.000 Meter breiten Korridors vor. Innerhalb dieser Grenzen werden die Erdkabel, die Gleichstrom in beide Richtungen transportieren können, verlegt. Wie nah die Kabel an Wohngebäude heranreichen, wollten einige Zuhörer wissen. Der genaue Verlauf werde sich erst im weiteren Verfahren herausstellen und in den Planfeststellungsunterlagen fixiert. In jedem Fall werde vorher mit den Betroffenen darüber gesprochen.

Klar ist schon jetzt, dass es keine vorgeschriebenen Mindestabstände wie bei Überlandleitungen gibt. Das Erdkabel gelte ja gerade als Alternative zu den Strommasten, wenn diese sich aufgrund der Abstandsvorschriften nicht realisieren ließen, so Matthias Wantia, der für die Kommunikation bei Tennet zuständig ist. Neben den Gesprächen mit den Grundstückseigentümern werde darüber hinaus mit den Verbänden der Landwirtschaft diskutiert. Das Ziel sind Rahmenverträge zur Wahrung der jeweiligen Interessen.

Viel Applaus erhielt eine Zuschauerin für die Frage nach der Gesundheitsgefahr, die möglicherweise von den Leitungen für Mensch und Tier ausgehe. Darüber sei nichts bekannt, aber auch nicht zu erwarten, gaben die Vertreter des Vorhabenträgers an. Sie verwiesen auf ausreichende Abschirmung und auf Werte, die sich unterhalb derer des Erdmagnetfeldes bewegen. Einige Zuhörer bezweifelten den Sinn des gesamten Projekts und kritisierten auch die Informationspolitik, die nicht gerade zu mehr Akzeptanz beitrage.

Tennet wird den geplanten Abschnitt B des Gesamtprojekts, der das Neustädter Land einschließt, am 22. März der Bundesnetzagentur zur Prüfung vorlegen. Sind alle Unterlagen vollständig, beginnt eine zweimonatige öffentliche Auslegung, zu der Stellungnahmen und Einwände abgegeben werden können. Danach werde es Erörterungstermine mit den Betroffenen geben. Am Ende entscheidet die Bundesnetzagentur über das Vorhaben und die Vorschlagskorridore.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 1044 vom 16.03.2019