Inhalt: Deich am Silbernkamp soll 250 Häuser vor Jahrhunderthochwasser schützen

Deich am Silbernkamp soll 250 Häuser vor Jahrhunderthochwasser schützen

Gremien beraten noch im März über das Planfeststellungsverfahren

  • Experten befürchten für die kommenden Jahre die Zunahme von extremen Wetterlagen. Bei Hochwasser gibt es für die Anwohner des Silbernkamps bisher keine Schutzmaßnahmen. Foto: Gade-SchnieteExperten befürchten für die kommenden Jahre die Zunahme von extremen Wetterlagen. Bei Hochwasser gibt es für die Anwohner des Silbernkamps bisher keine Schutzmaßnahmen. Foto: Gade-Schniete
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Neustadt (dgs). Rund zehn Jahre, nachdem der Deichbau entlang der Leine in Bordenau und Stöckendrebber abgeschlossen ist, nimmt die Stadt jetzt den Hochwasserschutz für den Silbernkamp in Angriff. Experten warnen, dass bei einem angenommenen einhundertjährlichen Hochwasser (HQ100) weite Teile des Wohngebietes über einen Meter im Wasser stehen. Betroffen wären rund 250 Wohn- sowie 186 Nebengebäude. Die Schadenssumme würde in die Millionen gehen. Darüber hinaus besteht eine Gefährdung durch Rückstau in die Regenwasserkanäle.

Über das notwendige Planfeststellungsverfahren und die Vergabe weiterer Planungsleistungen sollen jetzt die politischen Gremien beraten. Den Anfang machen am Montag, 25. März, der Ortsrat der Kernstadt und der Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung in einer gemeinsamen Sitzung.

Nachdem wasserstandssenkende Flussbaumaßnahmen und eine Hochwasserschutzwand verworfen wurden, ist nun ein rund 1,1 Kilometer langer Deich mit einer Höhe von bis zu 3,30 Meter durch die Leinewiesen vorgesehen. Dabei müssen wasser-, naturschutz und eigentumsrechtliche Interessen berücksichtigt werden. Da es sich um ein besonders geschütztes FFH-Gebiet handelt, soll der Deich möglichst nah an die Wohnbebauung rücken. Das Deichgesetz sieht allerdings einen Mindestabstand von 50 Metern vor. Die Kosten für die Planungsleistungen muss die Stadt Neustadt zunächst aus dem eigenen Haushalt bezahlen. Der Deich soll insgesamt 4,13 Millionen Euro kosten. Zur Finanzierung sollen Fördergelder beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) beantragt werden. Die Förderung könnte 70 Prozent betragen.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 2360 vom 13.03.2019