Inhalt: „Wirt“ wird Bürgermeisterkandidat

„Wirt“ wird Bürgermeisterkandidat

„Nicht reden, machen!“ ist sein Motto

Neustadt (os). Ein prominenter Name steht jetzt auf der Liste der Kandidaten um die Nachfolge von Bürgermeister Uwe Sternbeck. Jürgen Stach (Foto), bekannter Gastronom und Veranstaltungsprofi, hat die nötigen Unterstützer-Unterschriften zusammen - problemlos, wie er sagt - und strebt nun eine Zukunft als Stadtoberhaupt an. In Neustadt lebt er von Geburt an, „hier kenne ich jeden Stein.“

Wenn es denn soweit kommen sollte, hat er große Pläne für seine Heimatstadt. „Ein Hotel und ein Multifunktionshalle fehlen der Stadt auf jeden Fall“, sagt er. Dann ließen sich auch Messen ausrichten, sogar eine Landesgartenschau oder den Tag der Niedersachsen kann er sich vorstellen. Stach kandidiert bewusst parteilos. Aus der CDU ist er im Januar ausgetreten. Deren Statuten hätten zwei Kandidaten aus den eigenen Reihen ohnehin nicht zugelassen. „So kann man freier agieren und im Sinne der Stadt arbeiten, statt auf eine Parteilinie Rücksicht zu nehmen“, glaubt der Gastronom.

Sein Leitmotto ist einfach: „Nicht reden, machen“. Vieles geschieht ihm in Neustadt zu zögerlich. „Ich habe dem Stadtmarketing-Profi Christian Klotz bei seinem Auftritt hier damals gut zugehört“, so Stach. Seither sei außer dem Abriss des Westwalls aber nicht viel Wesentliches passiert. „Wir haben noch immer keine einheitlichen Öffnungszeiten in der City“, nennt er als Beispiel. Die Aufstellung seines groben Programms liest sich wie ein großer Rundumschlag. Ob er als Bürgermeister für mehr Personenkontrollen und höhere Polizeipräsenz sorgen könnte, ist fraglich. Wie sich mehr Branchenvielfalt in der Innenstadt umsetzen lässt, schreibt der 61-Jährige (noch) nicht. Feuerwehrprobleme will er lösen, Schulen, Sporthallen und andere städtische Gebäude sanieren lassen und die Straßen vom „DDR-Zustand“ befreien - ohne lange Sperrungen. Das klingt ein bisschen nach Stammtisch. Immerhin: Den geforderten Wohnmobilstellplatz in Mardorf und die Präsenz beim Städtetag, die er fordert, gibt es schon. Wie die lokale Wirtschaft gestärkt und „mutige Unternehmer“ unterstützt werden, muss er ebenfalls noch erklären.

Der unverheiratete Kaufmann hat drei Kinder, „die sind von der Idee begeistert“, erzählt er. „Nur meine Lebensgefährtin ist etwas skeptisch im Bezug auf das Privatleben“, gibt Stach zu. Neben dem Gastronom sind bisher Christina Schlicker (SPD), Stefan Porscha (CDU), Arne Wotrubez (FDP), Dominic Herbst (Grüne), Oliver Förste (Die Partei) und der parteilose Marco Lange im Rennen.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 1043 vom 09.03.2019