Inhalt: Wieder ein Tier gerissen: Für Fohlen Snót kam die Freigabe zum Abschuss zu spät

Wieder ein Tier gerissen: Für Fohlen Snót kam die Freigabe zum Abschuss zu spät

  • Von dem neun Monate alten Jungtier blieb nicht mehr viel übrig: Am Dienstag fanden Mitarbeiter eines Nöpker Pferdegestüts die Überreste auf der Weide. Fotos: KrämerVon dem neun Monate alten Jungtier blieb nicht mehr viel übrig: Am Dienstag fanden Mitarbeiter eines Nöpker Pferdegestüts die Überreste auf der Weide. Fotos: Krämer
  • Arnar Halldorsson (re.) vom Islandpferdegestüts Hrafnsholt konsultierte Wolfsberater Hubert Wichmann, der mehrere Proben entnahm.Arnar Halldorsson (re.) vom Islandpferdegestüts Hrafnsholt konsultierte Wolfsberater Hubert Wichmann, der mehrere Proben entnahm.
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Nöpke (cck). Geschockt war Arnar Halldorsson beim Eintreffen auf der Weide. Ein Fohlen - oder zumindest das, was davon übrig war - wurde am Dienstagvormittag von zwei Mitarbeiterinnen des Islandpferdegestüts Hrafnsholt tot aufgefunden. Lediglich Kopf und Beine waren noch ganz, der Rest des Körpers ausgeweidet. Vermutet wird, wie in letzter Zeit so oft, dass es sich um einen Wolfsriss handelt.

Insgesamt neun Pferde stehen hier, davon fünf Muttertiere und vier Fohlen. „Mindestens zwei Mal am Tag kommen wir hierher“, sagte der Sohn des Inhabers im Gespräch mit der NZ. Deswegen glaubt er, dass das Tier in der Nacht gerissen wurde. Als der Kadaver gefunden wurde, hätten die anderen Tiere ganz verschreckt in einer Ecke gestanden, so Halldorsson.

Seit über 30 Jahren lebt seine Familie in Nöpke, einen solchen Fall habe es aber noch nicht gegeben. Auf dem Gestüt Hrafnsholt gibt es um die 60 Pferde, 70 Hektar Weide gehören dazu, diese sind zwar mit einem Elektrozaun umzäunt, allerdings gilt dieser nicht als wolfssicher. Einen Schafzaun zu errichten, ist für Halldorsson keine Option: „Dann steigt uns das Veterinäramt auf den Kopf“. Sein Vater hatte Snót, gerade erst vor zwei Monaten gekauft. Sollten weitere Tiere gerissen werden, seien die Folgen für das Gestüt fatal. Den entstandenen Schaden schätzt Halldorsson auf etwa 3.000 Euro. „Werden die Tiere gerissen, werden wir auch gerissen“, äußerte er seinen Unmut.

Er zog einen Wolfsberater zu Rate, der den Schaden dokumentierte und mehrere DNA-Proben entnahm. „Zur Aufklärung kommt später eventuell auch noch das Wolfsbüro hinzu“, sagte Hubert Wichmann. Der Wolfsberater vermutet, dass es einige Wochen dauern wird, bis das Ergebnis der Proben feststeht. Eine Einschätzung, ob es sich bei den Übeltätern um das Rodewalder Rudel handeln könnte - erst in der letzten Woche hatte Umweltminister Olaf Lies das Leittier zum Abschuss freigegeben - wollte er aber nicht abgeben. Aufgrund des Zustands des zerfetzten Kadavers geht er aber davon aus, dass mehrere Tiere am Werk waren.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 2355 vom 06.02.2019