Inhalt: Umweltminister Lies: „Wir brauchen den Ausbau der erneuerbaren Energien

Umweltminister Lies: „Wir brauchen den Ausbau der erneuerbaren Energien

Flugverkehr und Windenergienutzung - noch keine Lösung in Sicht

  • Windenergie-Unternehmer Alexander Jäger-Bloh (v.li.) diskutierte mit Bürgermeister Uwe Sternbeck und Umweltminister Olaf Lies Wege aus der Misere. Foto: Gade-SchnieteWindenergie-Unternehmer Alexander Jäger-Bloh (v.li.) diskutierte mit Bürgermeister Uwe Sternbeck und Umweltminister Olaf Lies Wege aus der Misere. Foto: Gade-Schniete
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Neustadt/Hagen (dgs). Projektierer und Betreiber schlagen Alarm: Derzeit sind im Neustädter Land und darüber hinaus keine neuen Windenergieanlagen genehmigungsfähig. Grund ist die angeblich gefährdete Sicherheit im Flugverkehr. Am Donnerstag besuchte der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies den Windkraftbetreiber Dr. Alexander Jäger-Bloh in Hagen, um sich vor Ort zu informieren. „Wir brauchen den Ausbau der erneuerbaren Energien für Wachstum und Wohlstand“, machte der Minister mit Blick auf den bevorstehenden Ausstieg aus Kohle und Kernenergie deutlich.

Nach dem Besuch einer Delegation aus Hannover im Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur in Berlin am Dienstag zeichnete sich keine Lösung ab. Vertreter der Deutschen Flugsicherung (DFS) stellten im Beisein der Bundestagsabgeordneten Dr. Hendrik Hoppenstedt und Dr. Maria Flachsbarth sowie Bürgermeister Uwe Sternbeck klar, dass die beiden vorhandenen Drehfunkfeuer in der Region in Nienburg und Sarstedt auch längerfristig für die konventionellen Anflugverfahren benötigt würden. Die Vertreter aus dem Raum Hannover hatten vorgeschlagen, mit technischen Lösungen oder durch Verlagerung der Drehfunkfeuer die Sicherheit im Flugverkehr und die Windenergienutzung besser in Einklang bringen zu können.

Für Jäger-Bloh handelt es sich ohnehin um eine „redundante Technik“, in der Praxis laufe der Flugverkehr über Satelliten. Er sprach von einer „Dickfälligkeit“ der DFS, in anderen europäischen Ländern gebe es den in Deutschland gültigen 15-Kilometer-Radius um die Funkfeuer gar nicht berichtete er. Bürgermeister Sternbeck betonte im Beisein des Umweltministers die Bedeutung der Windenergie für das Neustädter Land. Allein und 400- bis 500.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen pro Jahr erzielt die Stadt aus diesem Wirtschaftszweig, der auch für zahlreiche Arbeitsplätze sorgt. Laut Udo Sahling, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur der Region, liegt derzeit der Ausbau von rund 80 Anlagen in der Region auf Eis, diese könnten 130.000 Haushalte versorgen.

In Neustadt sind geplante Anlagen in Mandelsloh, Eilvese, Suttorf und Wendenborstel betroffen, über die entsprechenden Anträge soll jetzt das Gericht entscheiden. In die Planung sei sehr viel Geld - auch des Steuerzahlers - geflossen, gab Sternbeck zu bedenken. Es sei bedauerlich, dass wohl erst nach der geplanten Erneuerung des Drehfunkfeuers Nienburg, also wohl ab 2021, überhaupt die Chance auf Genehmigungen neuer oder repowerter Windkraftanlagen bestehen würde. Er hoffe daher auf baldige und konstruktive Gespräche zwischen Flugsicherung und Region.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 1038 vom 02.02.2019