Inhalt: Keine Ehrung mehr für Neustadts Sportler

Keine Ehrung mehr für Neustadts Sportler

Sportring sagt Veranstaltung ab - wenig Meldungen und viele Absagen

  • Die Show ist aus: Einer Sportlerehrung wird es in diesem Jahr nicht geben, nun soll überlegt werden in welcher Form sportliche Leistungen künftig gewürdigt werden sollen.   Foto: Seitz (Archiv)Die Show ist aus: Einer Sportlerehrung wird es in diesem Jahr nicht geben, nun soll überlegt werden in welcher Form sportliche Leistungen künftig gewürdigt werden sollen. Foto: Seitz (Archiv)
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Neustadt (os). Für zahlreiche Sportler stand an einem Freitagabend im Februar ein Termin fest auf dem Plan: die Sportlerehrung. In den vergangenen Jahren wurden immer in der Aula des Gymnasiums besondere sportliche Leistungen geehrt. Für das Jahr 2018 wird es eine solche Anerkennung nicht mehr geben. Der Sportring, mit der Stadt Veranstalter der Ehrung, hat die Ehrung mit einem Schreiben an die Vereine abgesagt.

Nur wenige Meldungen, vor allem für Jugendliche, sind ein Grund, den der Sportring-Vorsitzende Manfred Oelkers anführt. Weiterhin ausschlaggebend: Die Stadt habe keinen Stadtsportpreis zu vergeben und die Neustädter Zeitung die Sportlerwahl nicht mehr mit dem Sportring durchgeführt (siehe Kasten). „Wir sind der Meinung, dass der hohe zeitliche und finanzielle Aufwand durch die ehrenamtlichen Mitarbeiter für diese Veranstaltung in diesem Jahr nicht gerechtfertigt ist“, heißt es über den Vorstandsbeschluss.

„Ich bin sehr enttäuscht und hoffe, dass das im nächsten Jahr wieder anders ist“, sagt der Sportring-Ehrenvorsitzende Gerd Müller, der die meisten der rund 40 Veranstaltungen dieser Art begleitet hat. Auch Claus Horn von den Helstorfer Leichtathleten kritisiert die Entscheidung. „Da werden Sportler vor den Kopf gestoßen. Ich finde das eine ganz schwache Haltung vom Sportring.“ Vor allem stößt ihm sauer auf, dass der Sportring von vielen „Wiederholungstätern“ schreibt, „das würdigt anhaltend gute Leistungen herab“, so Horn. „Sehr schade und als Armutszeugnis“, empfindet auch Riko Luiking, Vorsitzender des TSV Neustadt, die Absage. Sein Verein stellte schon angesichts der breiten Aufstellung einen Großteil der zu Ehrenden. Thorsten Moritz von der DLRG-Ortsgruppe Neustadt ist „hin und hergerissen“. „Unsere Kinder haben sich drauf gefreut, allerdings kam es auch immer wieder vor, dass Geehrte direkt gegangen sind, nachdem sie ihre Medaille erhalten hatten. Wir haben versucht, das bei unserer Gruppe zu unterbinden.“

Auch Kritik an der Form der Veranstaltung führte Oelkers einem Gespräch mit der NZ als Grund an. Die kam etwa vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Sebastian Lechner - im Vergleich zur Sportlerehrung in Wunstorf. Lechner hatte angeboten, die Veranstaltungen mit städtischem Geld aufzuwerten, wenn der Sportring ein Konzept vorlegt. „Da ist leider über Monate nichts gekommen“, sagt Lechner auf Anfrage. „Wir finden die Veranstaltung wichtig und stehen zu dem Angebot“, sagt er für seine Fraktion.

Für die gemeldeten Sportler werden trotzdem Urkunden und Medaillen bereitgestellt, die der Sportring an die Vereine geben wird. Dort könnten sie dann bei eigenen Veranstaltungen überreicht werden, heißt es im Brief des Interessenverbandes.

Der Sportring vertritt aktuell 41 Sportvereine mit rund 12.000 Mitgliedern. Neben der Verteilung der städtischen Sportförderung und Vergabe der Stadtmeisterschaften für Fußball, Tischtennis und Tennis war die Sportlerehrung Hauptaufgabe.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 2354 vom 30.01.2019