Inhalt: Vom Brauhaus bleibt nur noch eine Ruine - Polizei geht von Brandstiftung aus

Vom Brauhaus bleibt nur noch eine Ruine - Polizei geht von Brandstiftung aus

130 Kräfte für mehrere Stunden im Einsatz - Schadenshöhe im sechstelligen Bereich

  • Bis Donnerstagmittag dauerte der Einsatz an. Insgesamt 130 Kräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst waren beteiligt. Fotos: Krämer/r.Bis Donnerstagmittag dauerte der Einsatz an. Insgesamt 130 Kräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst waren beteiligt. Fotos: Krämer/r.
Bild von

Neustadt (cck). Ein Hausbrand hielt in der Nacht auf Donnerstag über hundert Einsatzkräfte für mehrere Stunden in Atem. Das Brauhaus an der Leinstraße stand in Flammen. Verletzte gab es glücklicherweise keine, das Gebäude war allerdings nicht mehr zu retten. Aufgrund von Einsturzgefahr musste die Straße vorerst gesperrt bleiben.

Gegen 2.20 Uhr bemerkte eine Passantin das Feuer und alarmierte die Feuerwehr. Als das erste Fahrzeug eintraf, stellten die Einsatzkräfte starke Rauchentwicklung fest und erhöhten direkt die Alarmstufe. Zwei Atemschutztrupps rückten ins Hausinnere vor, um nach Personen zu suchen. Doch musste die Suche aufgrund einer sich ankündigenden Durchzündung abgebrochen werden. Kurze Zeit später stand das Gebäude in Vollbrand. In der unteren Etage befand sich mit dem Brauhaus eine Gaststätte, die Pensionswohnung im oberen Stockwerk wurde derzeit nicht bewohnt, teilte die Polizeidirektion Hannover auf Anfrage der Neustädter Zeitung mit. Personen wurden laut Polizeisprecher Thorsten Schiewe nicht verletzt.

„Aufgrund der engen Bebauung wurden zur Brandbekämpfung und Abriegelung der Nachbargebäude zwei Wenderohre der Drehleiter Neustadt und Wunstorf, ein Wasserwerfer, zwei B-Strahlrohre und ein C-Strahlrohr eingesetzt“, erklärte Feuerwehrsprecher Florian Hake. So konnte ein Übergreifen auf angrenzende Häuser verhindert werden. Insgesamt waren 130 Kräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst beteiligt, darunter die Ortsfeuerwehren Neustadt, Otternhagen, Poggenhagen, Eilvese, Mariensee, Suttorf die Informations- und Kommunikationseinheit, Atemschutznotfallkomponente, die Feuerwehrtechnische Zentrale Neustadt und der Löschzug der Ortsfeuerwehr Wunstorf mit einer weiteren Drehleiter. Auch ein Team zur Absturzsicherung, das seit etwa eineinhalb Jahren ausgebildet wird, kam beim Hausbrand zum Einsatz.

Die Löscharbeiten dauerten bis Donnerstagmittag an, da noch einzelne Brandnester gesucht und abgelöscht werden mussten, so Hake. Die Straße musste jedoch noch länger gesperrt bleiben. Ein Statiker sollte prüfen, ob das Dach des Gebäudes einsturzgefährdet ist und dementsprechende Sicherungsmaßnahmen eingeleitet werden müssen. „Nach derzeitigem Stand müssen sowohl die Reste der Dachkonstruktion als auch die Giebelwände abgetragen werden. Es besteht die Gefahr, dass sich Material löst und herabfällt, sogar ein Teileinsturz wäre möglich. Aus Sicherheitsgründen muss die Straße leider gesperrt bleiben, bis die Arbeiten durchgeführt wurden“, sagte Stadtsprecherin Pamela Klages am Donnerstag. Wann dies der Fall sein soll, konnte bis Redaktionsschluss allerdings nicht benannt werden.

Als Ursache für den verheerenden Brand geht die Polizei mittlerweile von Brandstiftung aus. Die Schadenshöhe bewegt sich im mittleren, sechsstelligen Bereich, so die Schätzung der Ermittler. Auch ein davor abgestellter Renault Twingo wurde durch das Feuer beschädigt. Ein Verfahren gegen Unbekannt wurde eingeleitet. Zeugenhinweise nimmt der Kriminaldauerdienst Hannover unter Telefon 0511/1095555 entgegen.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 1034 vom 05.01.2019