Inhalt: Aus für die Grundschule? Neuer Antrag soll für Fristverlängerung sorgen

Aus für die Grundschule? Neuer Antrag soll für Fristverlängerung sorgen

Bürger und Landespolitiker zeigen sich gleichermaßen irritiert

  • Aus dem Publikum (oben) gibt es Fragen an die Landespolitiker, ...Aus dem Publikum (oben) gibt es Fragen an die Landespolitiker, ...
  • ... auf dem Podium nehmen Sebastian Lechner (kleines Foto, v.li.), Wiebke Osigus und Stefan Birkner Stellung.   Fotos: Tautenhahn... auf dem Podium nehmen Sebastian Lechner (kleines Foto, v.li.), Wiebke Osigus und Stefan Birkner Stellung. Fotos: Tautenhahn
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Helstorf/Vesbeck (tau). Über das drohende Aus der Grundschule Helstorf, die als Außenstelle der Mandelsloher Schule geführt wird, haben am Montag etwa 80 Bürger mit den drei Landtagsabgeordneten Wiebke Osigus (SPD), Sebastian Lechner (CDU) und Stefan Birkner (FDP) diskutiert. Zu der Gesprächsrunde hatte der Ortsrat Helstorf eingeladen.

Verärgerung herrscht darüber, dass bei der Verlängerung der Außenstellenregelung offenbar Fehler gemacht worden sind und die Landesschulbehörde daher nur für ein weiteres Jahr die Genehmigung erteilte. Über die kuriose Entwicklung bei der Antragsstellung zeigten sich Eltern wie Landespolitiker gleichermaßen irritiert. Vertreter der Stadt waren trotz Einladung nicht anwesend.

Inzwischen sei auf Stadtebene eine Projektgruppe gebildet worden, die es sich zum Ziel gesetzt hat, spätestens bis zum Ende des Jahres einen neuen Antrag zu formulieren, der die Verlängerung der Außenstelle um drei weitere Jahre zum Inhalt hat, berichtete Sebastian Lechner, der auch Mitglied des Stadtrates ist. In seiner Fraktion herrsche große Verwunderung darüber, dass die Stadt als Schulträger einen Antrag gestellt habe, der den Anforderungen nicht genüge.

Lechner machte auch deutlich, dass keine Grundschule, auch keine Außenstelle, bis zum Jahr 2021 - nächster Kommunalwahltermin - geschlossen werde. So stehe es in der Kooperationsvereinbarung zwischen CDU und SPD. Die Zeit bis zum Ablauf der Wahlperiode müsse aber für eine Debatte genutzt werden, um zu klären, wie es langfristig mit dem Standort weitergehen solle. Denn klar sei auch, dass Außenstellen nicht dauerhaft verlängert werden können, so Lechner.

Osigus ergänzte, dass es auch auf Landesebene die Vereinbarung gibt, während dieser Legislaturperiode keinerlei Änderungen am Schulsystem vorzunehmen. Dafür habe es die Große Koalition inzwischen erlaubt, dass Klassenzimmer nachmittags auch als Horträume genutzt werden können, was den Standorten in der Fläche möglicherweise zugute käme. Bisher war das ausgeschlossen, was unter anderem zum speziellen Modellprojekt Kooperativer Hort führte, das es seit August an der Grundschule Mandelsloh/Helstorf gibt. Hierbei sollen Erfahrungen gesammelt und ausgewertet werden.

Osigus berichtete auch, dass die Stadtverwaltung vorgeschlagen habe, die Standorte künftig zu teilen. Demnach könne in Mandelsloh das Schulzentrum liegen, während in Helstorf Kindertagesstätten stärker ausgebaut würden. „Auf diesen Teppichhandel lassen wir uns nicht ein“, lautete ein spontaner Kommentar aus dem Publikum. Stefan Birkner wies allerdings auf die Macht des Faktischen hin. Eltern sollten den Prozess daher laufend im Auge behalten und rechtzeitig Einfluss nehmen.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 2335 vom 12.09.2018