Inhalt: Für die Alpe geht es stückweise zurück zur Natur

Für die Alpe geht es stückweise zurück zur Natur

Weitere Eigentümer sollen überzeugt werden

  • Freuen sich über ein Stück naturnaher Alpe: UHV-Mitarbeiter Kersten Kirchhoff, Anja Willharms, Werner Magers und Friedrich Andermann. Foto: SeitzFreuen sich über ein Stück naturnaher Alpe: UHV-Mitarbeiter Kersten Kirchhoff, Anja Willharms, Werner Magers und Friedrich Andermann. Foto: Seitz
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Laderholz/Bevensen (os). „Die Alpe ist eigentlich extrem naturfern“, sagt Anke Willharms, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Aktion Fischotterschutz. Der Verein setzt sich dafür ein, dass Bäche und Flüsse wieder naturnaher gestaltet werden und betreut ein Projekt das auch an der Alpe zwischen Laderholz und Bevensen für einen weniger geraden Verlauf gesorgt hat.

Bis in die 60er Jahre hinein wurde die Alpe begradigt, jetzt geht es zurück zur Natur. Das Projekt, gefördert vom Bundesamt für Naturschutz und der Volkswagen AG, wurde an der Alpe gemeinsam mit Eigentümer Jan Schnepel und dem Unterhaltungsverband (UHV) Alpe-Schwarze Riede umgesetzt. „Ich unterstütze die Natur immer, wenn das tragbar ist“, sagt Landwirt Schnepel, besonders an der gewählten Stelle sprach für ihn nichts dagegen.

Deshalb konnten die Mitarbeiter des UHV auch anrücken um gemeinsam mit Willharms Totholz einzubauen und so kurvige Fließverläufe zu schaffen. „Das sorgt für unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten und bieten Fischen wie der Schmerle und anderen Kleinlebewesen dringend nötige Unterstände“, so die Biologin. Neustadts NABU-Vorsitzender Werner Magers hatte Kontakt zu den Eigentümern aufgenommen - und Schnepel schnell überzeugt. Der Landwirt hatte sogar das Holz für die Maßnahme zur Verfügung gestellt. Die Kosten beliefen sich so nur auf rund 2.300 Euro, von den 75 Prozent das Bundesamt, 15 Prozent Volkswagen und zehn Prozent Aktion Fischotterschutz tragen.

„Unsere Mitarbeiter sollten an der Umsetzung beteiligt sein, weil sie die Alpe ja auch pflegen“, sagt Verbandsvorsteher Friedrich Andermann. Für ihn sind Maßnahmen wie die aktuell fertiggestellte „immer ein Kompromiss zwischen Naturschutz und Abflussleistung.“ Ein weiterer Eigentümer, der dicht an der Alpe wohnt, hatte mit Blick auf höhere Wasserstände Maßnahmen in seinem Bereich abgelehnt, damit ihm bei Hochwasser nicht der Keller vollläuft.

Die Alpe

Der Aller-Nebenfluss entspringt südwestlich von Dudensen und führt auf fast genau 30 Kilometern Länge zur Aller, in die sie bei Rethem mündet. Dem Fluss wird eine gute Wasserqualität bescheinigt, die Alpe führt durch die Region Hannover, den Landkreis Nienburg und den Heidekreis.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 2318 vom 16.05.2018