Inhalt: Ganz im Zeichen des „kleinen Volkes“

Ganz im Zeichen des „kleinen Volkes“

Mittelalterspektakel lockt mit vielen Attraktionen

  • Der vier-jährige Artur übt sich im Schwertkampf. Gemeinsam mit seiner Mutter reiste er aus Burgwedel an, um das Spektakel zu verfolgen. Sie findet: „Ein Pflichtprogramm in jedem Jahr.“ Foto: KrämerDer vier-jährige Artur übt sich im Schwertkampf. Gemeinsam mit seiner Mutter reiste er aus Burgwedel an, um das Spektakel zu verfolgen. Sie findet: „Ein Pflichtprogramm in jedem Jahr.“ Foto: Krämer
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Neustadt (cck). Frisch gebackenes Brot, allerlei handgefertigter Schmuck und Spielzeug, Gaumenfreuden und Shows zur Unterhaltung locken die Besucher. Seit Donnerstag tummeln sich wieder Gaukler, Ganoven und Ritter auf dem Schlossgelände. Auch der ein oder andere Besucher kommt in Gewandung oder bunt geschmückter Robe. Bereits zum zehnten Mal findet das Mittelalterspektakel in Neustadt statt - dieses Mal ganz im Zeichen des „kleinen Volkes.“

Veranstaltungsleiterin Birgit Katins verrät, dass es in diesem Jahr viele Attraktionen, bewusst für kleine Besucher gibt. Das Spektakel werde ihrer Erfahrung nach immer mehr zu einer Veranstaltung für die ganze Familie. So können die Kinder am Schlossvorplatz den tollkühnen Geschichten des Gauklers „Parvus Cereus“ lauschen, sich im Filzen, Kerzenziehen, aber auch Bogenschießen versuchen. „Auch gibt es eine Knappenschule“, betont die Veranstaltungsleiterin. Doch musste ein traditioneller Programmpunkt weichen: Anders als in den Vorjahren wird es dieses Mal kein Ritterturnier geben. Aus Kostengründen musste darauf verzichtet werden, so Katins.

„Schuldig lautet das Urteil.“ Gespannt verfolgen die Kinder eine Aufführung auf dem Schlossplatz. Eine ellenlange Liste an Anklagepunkten wird einer offensichtlichen Hexe vorgeworfen. Unter anderem sei es ihr Verschulden, dass die Kühe weiße Milch geben. „Nein ist sie nicht“, protestieren die Kinder. Während sich eine Vielzahl der Besucher vor der Bühne versammelt, nutzen andere die Gelegenheit, um durch die Reihen zu schlendern - so auch Sebastian Pätz und Stefanie Barck aus Neustadt. Passend zum Ambiente haben sie sich extra in Schale geworfen. Seit neun Jahren besuchen sie regelmäßig das Spektakel. Einer der Gründe, warum sie immer wieder kommen, sei zum einen das familiäre Umfeld. „Außerdem kann man hier perfekt vom Alltag abschalten“, sagt Sebastian Pätz. Regelmäßig besuchen sie ähnliche Veranstaltungen. So habe sich auch schon die ein oder andere Kostümierung angesammelt, wie seine Begleitung verrät.

Noch bis Sonntag können sich interessierte Besucher selbst ein Bild von dem mittelalterlichen Treiben machen, sich dabei mit historischer Musik einstimmen, ein Glas „Blubberwasser“, Ritterbier oder Met dazu, den Geschichten des weitgereisten Gauklers lauschen und die ein oder andere Bekanntschaft machen. Geöffnet sind die 40 Handwerker- und Händlerstände heute ab 15 Uhr, morgen und Sonntag ab 11 Uhr.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 999 vom 05.05.2018