Inhalt: Wolfsriss oder nicht? Zwei Schafe liegen tot in Tannenschonung

Wolfsriss oder nicht? Zwei Schafe liegen tot in Tannenschonung

Wolfsberater: „Wissenschaftlich spricht nichts dafür“

  • Wolfsberater Helge Stummeyer nimmt DNA-Proben an einem der toten Tiere.   Foto: SeitzWolfsberater Helge Stummeyer nimmt DNA-Proben an einem der toten Tiere. Foto: Seitz
  • Die Auffindesituation wird von Helge Stummeyer genau dokumentiert.  Foto: SeitzDie Auffindesituation wird von Helge Stummeyer genau dokumentiert. Foto: Seitz
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Schneeren (os). Zwei von vier Schafen tot, eines weitgehend ausgeweidet: Es war kein schöner Anblick, der sich Landwirt Heinrich Baldrich nach dem Hinweis eines Bekannten in seiner Tannenschonung nahe der Bundesstraße 6 bot. Kurz vor der Brücke zur alten „Raketenstraße“ halten die Tiere der Rasse "Shropshire" auf biologische Weise das Gras zwischen den künftigen Weihnachtsbäumen kurz. In der Nacht zu Dienstag wurden zwei von ihnen gerissen. Baldrichs erster Verdacht richtete sich gegen den Wolf. Zwischen Schneeren und Rehburg soll es eine Familie des zurückgekehrten Raubtieres geben, in Rodewald ist ein Wolf eindeutig nachgewiesen.

Für Wolfsberater Helge Stummeyer, der die Kadaver am Mittwochmorgen genau begutachtete, ist die Lage aber nicht so eindeutig. „Aus wissenschaftlicher Sicht spricht das Bild eher nicht für einen Wolf als Verursacher“, sagt er. Wölfe fressen nach seinen Worten nur gutes Muskelfleisch, zerren die Organe vom Beutetier weg. Das war in Schneeren nicht zu sehen, sagt aber noch nicht, dass ein Wolf nicht die Tiere gerissen haben könnte. „Auf jeden Fall wurden die Schafe gehetzt“, so Stummeyer, das war für ihn am sich ablösenden Fell zu erkennen. Der Wolfsberater hat DNA-Proben an beiden Schafskadavern genommen, die werden jetzt auf Hinweise zum Wolf untersucht. Die Ergebnisse dürften allerdings zwei Wochen auf sich warten lassen.

Für Baldrich hat das ohnehin wenig Bedeutung. Weil die Schonung nicht mit einem sogenannten Wildgatterzaun eingefriedet ist, hat er keinen Ausgleich für die getöteten Tiere zu erwarten - selbst wenn ein Wolf sie getötet hat. Beide Schafe waren tragend und sind nach Baldrichs Worten je etwa 500 Euro wert.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 988 vom 17.02.2018