Inhalt: Am Freitag hagelt es jede Menge Absagen

Am Freitag hagelt es jede Menge Absagen

Bis zu 250 Kita-Plätze fehlen - Schillack dieses Mal pessimistisch

  • Kita-Gruppen in Container könnte es künftig noch öfter geben, allerdings nur, wenn sich auch Personal findet.  Foto: Gade-Schniete (Archiv)Kita-Gruppen in Container könnte es künftig noch öfter geben, allerdings nur, wenn sich auch Personal findet. Foto: Gade-Schniete (Archiv)
Bild von

Neustadt (os). Böse Überraschungen drohen rund 250 Familien, wenn sie am Freitag Post von der Stadtverwaltung im Briefkasten haben: Die Zu- und Absagen für das am 1. August beginnende Kindergartenjahr gehen raus, gut 480 Zusagen stehen etwa 250 negative Bescheide gegenüber. Erschütternde Gesamtzahlen für Krippen, Kindergärten und Horte, die in mancher Familie für Betreuungsnot sorgen werden.

Anders als in den vergangenen Jahren wird sich bis zum Sommer daran nicht mehr so viel ändern, dass auch die meisten Kinder einen Betreuungsplatz erhalten. „Wir versuchen natürlich wieder alles, aber dieses Jahr wird es hakelig“, sagt der zuständige Dezernent Maic Schillack. Wie berichtet, hat er am Donnerstag bereits den Rat informiert. „Das Bauliche würden wir in den Griff bekommen, aber uns fehlt das Personal“, betonte Schillack in einem Pressegespräch am Dienstag erneut. Aktuell hat die Stadt allein 13 offene Stellen im Kita-Bereich, „die Personalsituation auf dem Markt ist sehr angespannt. Backen können wir uns keine Erzieherinnen“, so der 1. Stadtrat. Auch ein Programm, in denen Sozialassistenten gegen Verpflichtung für die Stadt tätig zu werden, zu Erziehern weitergebildet werden, helfen nur bedingt.

Mehr verspricht sich Schillack da schon von den - bisher noch nicht genehmigten - Gebundenen Ganztagsgrundschulen in Eilvese, Mandelsloh/Helstorf und Michael Ende Schule in der Kernstadt. Durch die Nachmittagsbetreuung auf Schulebene hofft er auf freiwerdende Kapazitäten für Erzieher. „Die allermeisten Familien kommen nach unserer Kenntnis mit Betreuung bis 15 Uhr aus“, so Schillack. Nicht zuletzt deshalb hofft er, weitere Schulen für das Modell begeistern zu können. Derzeit laufen Gespräche mit der Hans-Böckler-Schule, ebenso in Mariensee.

Sollte weiteres Personal zur Verfügung stehen, hat die Verwaltung bereits bauliche Maßnahmen ins Auge gefasst, um zusätzliche Plätze anbieten zu können. Container für zwei Gruppen als Anbau an der AWO-Kita sowie zwei Gruppen in einem leer stehenden Flügel des Flüchtlingsbaus an der Fontanestraße könnten in der Kernstadt hergestellt werden. In den Stadtteilen könnte die Kita Büren noch einen sogenannten „Mobilbau“ für einen Gruppenraum bekommen, in Mandelsloh könnte ein solcher weitergenutzt werden und die Container aus Nöpke könnten nach Fertigstellung der Kita in der Alten Schule Borstel in Helstorf zum Einsatz kommen. Unsicher ist dagegen, wie die Räume in der ehemaligen Mardorfer Schule genutzt werden können.

Nächste „Baustelle“: Die von der Landesregierung geplante kostenlose Kindergartenzeit. „Da wird dann wahrscheinlich jedes Krippenkind zum dritten Geburtstag auf den kostenlosen Platz im Kindergarten wechseln sollen“, vermutet die zuständige Kita-Sachgebietsleiterin Antje Fröhlich. Das macht die Kalkulation noch einmal schwieriger.

Platznot herrscht fast überall

Die Nachfrage ist vor allem für Ganztagsplätze groß - in allen Betreuungsbereichen: In der Kernstadt werden noch 32 Plätze für den Krippenbereich benötigt, sogar 48 in den Stadtteilen. Dem stehen aktuell zwölf freie Krippenplätze in Neustadt und acht auf den Dörfern gegenüber. Bei Kindergärten gibt es für 40 (Kernstadt) und 23 (Stadtteile) Anfragen keine Vergabe von Ganztagsplätzen, 20 und 19 sind für die beiden Bereiche noch frei, allerdings nicht immer da, wo sie gefragt sind.

Für Horte haben 20 Kernstadt-Familien nicht den gewünschten Platz erhalten, 22 Plätzen sind in anderen Einrichtungen frei. Auf den Dörfern stehen 42 Anfragen keine freien Kapazitäten gegenüber.

Halbtags sind bei Krippe und Hort fast durchgehend mehr Plätze frei, als Anfragen offen - nur nicht in der Wunscheinrichtung.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 2305 vom 14.02.2018