Inhalt: Wieder Streit ums Geld beim Sportring

Wieder Streit ums Geld beim Sportring

Tennisvereine wollen auch bei der Pflege unterstützt werden

  • Fußball gegen Tennis? Beim Geld sind die Sportring-Mitglieder derzeit uneins.  Repro: SeitzFußball gegen Tennis? Beim Geld sind die Sportring-Mitglieder derzeit uneins. Repro: Seitz
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Hagen (os). Wie die von der Stadt gezahlte Sportförderung von 192.000 Euro (siehe Kasten) künftig verteilt werden soll, darüber gab es bei der Mitgliederversammlung des Sportrings, der Interessenvertretung von 42 Sportvereinen aus dem Neustädter Land am Montagabend kontroverse Diskussionen.

Anlass war ein Antrag der drei Tennisvereine Blau-Weiß Neustadt, TC Scharrel und Mardorfer Tennisclub auf einen größeren Anteil. Sie fordern 1.500 Euro Grundbetrag und 750 Euro je Platz. „Wenn es um die Pflege der Anlagen geht, bekommen immer nur die Fußballer das Geld“, sagt Edith Römermann vom TC Scharrel. Sie kämpft seit langem für eine andere Verteilung der Mittel, war damit aber bisher immer gescheitert, so wie auch am Montag. Die Versammlung lehnte den Antrag der Tennisvereine mit 20 Gegenstimmen ab, vier Vereinsvertreter hatten dafür votiert, vier sich enthalten.

Der Gegenwind für die Tennis-Forderung liegt in der Geschichte der Sportförderung, aber auch der Sportplatzpflege begründet. Letztere wurde bis 2004 von den Fußballvereinen direkt mit der Stadt verhandelt. Als das Finanzamt diese Zahlungen plötzlich mit Umsatzsteuer belegen wollte, setzte sich der Sportring erfolgreich für eine Umwandlung der Pflegeentgelte in die Sportförderung ein. Der bis dato gezahlte Betrag wurde zunächst geringfügig aufgestockt, die Fußballvereine verzichteten auf einen Teil der Mittel und aus diesem Überschuss entstand die Jugendförderung, die nach Anzahl der Jugendlichen in den Vereinen gezahlt wird. Vor 2004 erhielten Vereine, die keine städtischen Flächen pflegten nichts.

Für den Sportring-Vorsitzenden Manfred Oelkers stimmen durch den Antrag der Tennisvereine vor allem die Verhältnismäßigkeiten nicht: „Würde dem Antrag stattgegeben, erhielte der TC Scharrel 4.500 Euro mehr. Das entspricht rund 80 Euro pro jedem der 61 Mitglieder. In Mardorf wären das sogar 101 Euro pro Kopf - wohlgemerkt nicht pro Jugendlichem. Da muss man dann mal hinterfragen, ob in Scharrel dann noch vier Plätze gebraucht werden.“ Zum Vergleich: Der TSV Bordenau als auch Fußball spielender Verein kommt auf 14,28 Euro pro Kopf, kleine Vereine erreichen aber durchaus auch die 50 Euro. „das jedoch mit deutlich höherem Pflegeaufwand“, so Oelkers, selbst Mitglied in einem Tennisverein. Offizielle Zahlen gehen laut Oelkers für einen Fußballplatz von 9.000 Euro jährlicher Pflegekosten aus, wenn Vereine die Arbeiten übernehmen, von 13.000 Euro bei kommunaler Erfüllung.

Die Ablehnung des Antrags kam für die drei Tennisvereine nicht überraschend. „Wir wollten provozieren“, gibt der Mardorfer Friedrichwilhelm Schmädeke offen zu, der zudem „fehlende Transparenz“ bemängelte. Die soll es künftig nicht mehr geben, alle Vereine erfahren, was jeder andere Club erhält. Trotzdem wollen die Tennisvereine künftig bei den Pflegekosten berücksichtigt werden - auch wenn keine Verträge mit der Stadt zugrunde liegen. „Wir erhalten von den 192.000 Euro gerade mal 364 Euro“, sagt etwa Edith Römermann. Verhandlungen mit der Stadt um eine zusätzliche Förderung wollen die Tennisvereine nach eigenem Bekunden in der Sitzung nicht aufnehmen.

Stattdessen gibt es nun im Sportring eine Kommission, die über eine Neuverteilung der Sportförderung beraten soll. Wie Oelkers Stellvertreter Heinz-Ulrich Hetebrügge am Rande der Sitzung bemerkte, könnte ein dauerhafter Streit fatale Folgen für alle haben: „Wenn die Fußballvereine aussteigen und wieder Platzpflegeentgelte aushandeln würden, werden sie steuerlich belastet, von der Gesamtsumme bleibt dann aber auch nur höchstens die Jugendförderung übrig.“

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 2292 vom 08.11.2017