Inhalt: Kein Trinkwasser mehr aus der Leitung - dafür jede Woche elf Kisten Mineralwasser

Kein Trinkwasser mehr aus der Leitung - dafür jede Woche elf Kisten Mineralwasser

Familie Janeke unterstützt Online-Petition für nitratarmes Trinkwasser

  • Mineralwasser statt Trinkwasser aus der Leitung: Petra Janeke transportiert jede Woche viele Kisten hin und her.  Foto: Gade-SchnieteMineralwasser statt Trinkwasser aus der Leitung: Petra Janeke transportiert jede Woche viele Kisten hin und her. Foto: Gade-Schniete
  • Mineralwasser statt Trinkwasser aus der Leitung: Petra Janeke transportiert jede Woche viele Kisten hin und her.  Foto: Gade-SchnieteMineralwasser statt Trinkwasser aus der Leitung: Petra Janeke transportiert jede Woche viele Kisten hin und her. Foto: Gade-Schniete
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Neustadt/Metel (dgs). Elf Kisten Mineralwasser transportiert Petra Janeke jede Woche nach Hause. Damit kocht sie Kaffee, Tee und das tägliche Mittagessen für die Familie. Seit die Mutter von drei Kindern weiß, wie nitratbelastet das Trinkwasser in Metel aus der Leitung kommt, ist sie konsequent. Jetzt wirbt Janeke für eine Online-Petition an Regionspräsident Jagau, die sich für nitratarmes Trinkwasser „für unsere Kinder und Enkelkinder in der Region“ ausspricht. 6.500 Unterschriften sollen es bis zum 31. Mai sein, noch sind es erst 150.

Im Freundeskreis, aber auch in Kindergarten und Schule hat Petra Janeke das Trinkwasser zum Thema gemacht. „Viele denken, wir werden hier mit gutem Harzwasser versorgt“, berichtet sie. Sie selbst war „bestürzt“, als sie erfuhr, dass das Trinkwasser für Metel und fast alle Ortsteile im Neustädter Land im Wasserschutzgebiet Hagen gefördert wird. Dort liegen die Nitratwerte bei 37 Milligramm pro Liter (die NZ berichtete). Das ist unter dem Grenzwert, der laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei 50 Milligramm/Liter liegt. In der Schweiz sei trotzdem nur die Hälfte erlaubt, führt Petra Janeke an. „Wir machen das für unsere Kinder und Enkelkinder . . . sie sollen uns nicht den Vorwurf machen, es gewusst und nichts getan zu haben“, erklärt sie.

In ihrem Freundes- und Bekanntenkreis stößt die Metelerin auf unterschiedliche Reaktionen. „Einige finden es übertrieben“, berichtet sie. Ihre Nachbarn, auch Eltern von drei Kindern, sind ebenfalls auf Mineralwasser umgestiegen. Auch für Erwachsene seien hohe Nitratwerte im Trinkwasser nicht grundsätzlich unbedenklich, ist Janeke überzeugt. Manche bemühten sich um eine gesunde und ausgewogene Ernährung, „da erscheint es mir nur konsequent, mich nicht bei unserem wichtigsten Lebensmittel, dem Trinkwasser, mit einem grenzwertigen Produkt zufrieden zu geben“. Petra Janeke hofft nun, dass die Petition für noch mehr Aufmerksamkeit sorgt.

Ihr Unverständnis äußern die Antragsteller der Petition darüber, dass in „unseren“ in Schneeren und Eilvese liegenden Brunnen von den Harzwasserwerken Wasser mit einem Nitratgehalt von nur knapp sechs Milligramm pro Liter gefördert wird, das jedoch nach Bremen und in andere Gemeinden verkauft werde. „Wir möchten an dem nitratarmen Wasser „unserer“ Brunnen zeitnah partizipieren“, heißt es in der Petition. Dabei handelt es sich um eine freie und gemeinnützige Plattform, auf der Bürger ein gemeinsames Anliegen öffentlich machen, sich organisieren und in den Dialog mit der Politik treten. Sie ist zu finden unter https://www.openpetition.de/petition/online/nitratarmes-trinkwasser-fuer-unsere-kinder-und-enkelkinder-in-der-region-31535-neustadt-am-rbge.

Seite drucken DruckenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 2258 vom 15.03.2017