Inhalt: Mit neuen Bezirksvorständen gegen überholte Vorstellungen von Landwirtschaft

Mit neuen Bezirksvorständen gegen überholte Vorstellungen von Landwirtschaft

Tierschutz und Dünge-Verordnung sind nur zwei Baustellen

  • Neue Bezirksvorstände und ein altgedienter: Jochen Labahn, Günther Nülle, Volker Hahn, Thorsten Klingemann, Hendrik Lübbert, Sven Klingemann, Heinz-Günter Rabe, Torben Kirchner und Heinz-Werner Thieße.  Foto: SeitzNeue Bezirksvorstände und ein altgedienter: Jochen Labahn, Günther Nülle, Volker Hahn, Thorsten Klingemann, Hendrik Lübbert, Sven Klingemann, Heinz-Günter Rabe, Torben Kirchner und Heinz-Werner Thieße. Foto: Seitz
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Schneeren (os). „Wir würden doch nicht bewusst unsere Tiere quälen“, sagt Sven Klingemann. Genau in diese Ecke sehen sich der neue Landvolk-Bezirkschef Schneeren-Mardorf und seine Kollegen aus den anderen Neustädter Bezirken aber oft durch die öffentliche oder die politische Meinung gedrängt.

Das Landvolk hat mittlerweile auch in seinen Gremien Generationswechsel vollzogen, junge Landwirte haben Posten von altgedienten Vorsitzenden übernommen. Einer von denen ist Heinz-Werner Thieße, der nach 36 Jahren nicht mehr kandidierte und jetzt von Klingemann abgelöst wurde. Dessen Stellvertreter ist nun Günther Nülle aus Mardorf. Deutlich verjüngt auch der Bezirk Mandelsloh mit Thorsten Klingemann und Torsten Kirchner an der Spitze. Dem Bereich Neustadt/Otternhagen stehen jetzt Jochen Labahn und Hendrik Lübbert vor, den Vorsitz im Mühlenfelder Land plus Eilvese, Bevensen und Laderholz hat Heinz-Günter Rabe mit Stellvertreter Hartmut Dangers.

Mit Volker Hahn aus dem Landvolk-Kreisvorstand machen sie sich aktuell unter anderem gegen eine zu enge Auslegung des „Greening“ stark. „Landwirte pflegen mit hohem Aufwand etwa Hecken und Bewuchs auf Gemeinschaftsflächen, gerade die sollen bei der Flächeneinschränkung von fünf Prozent aber nicht berücksichtigt werden“, so Hahn. Gestaltungsspielraum habe jeder Staat, der müsse aber auch genutzt werden: „Fünf Prozent der Fläche aus der Produktion zu nehmen, entspräche 5 Millionen Tonnen Getreide jährlich.“

Einschränkungen bei der Gülle-Düngung sind ebenfalls ein Ärgernis. „Auf Grünland kann man ohne Stickstoffbelastung auch noch im Oktober Gülle ausbringen“, sagt Sven Klingemann. Landwirte sollen künftig aber nur noch im Frühjahr mit Gülle düngen dürfen. Stickstoffdünger aus dem Sack sei aber auch im Herbst erlaubt, klagen die Landwirte, die bei nur einem Zeitfenster im Jahr deutlich höhere Lagerkapazitäten bräuchten.

Überholte Vorstellungen der Bevölkerung sind ebenfalls ein Hindernis für die moderne Landwirtschaft. „Die Darstellungen etwa in Schulbüchern sind aus den 80er Jahren“, so Thorsten Klingemann. „Wenn Schweine frei gehalten werden, beklagen sich die Leute über deutliche Geruchsbelästigung“, ergänzt Hahn. Er fordert fachliche nachvollziehbare Vorschriften. Nicht so wie beim Enthornen junger Rinder. Dort soll bald eine lokale Betäubung Pflicht werden, „die sogar Tierärzte als unpraktikabel ablehnen“, sagt Sven Klingemann.

Seite drucken DruckenSeite versenden VersendenSeite teilen Teilen Ausgabe-Nr. 2096 vom 05.02.2014